In der Krise geraten viele Leiharbeiter in eine rasante Abwärtsspirale, stellt Hartmut Seifert, Forscher in der Hans-Böckler-Stiftung fest. "Sie verlieren schnell ihren Job. Und sind sie arbeitslos, bekommen sie oft nur geringe finanzielle Unterstützung, weil sie vorher wenig verdient haben und häufig nur kurz beschäftigt waren." Viele Leiharbeitnehmer werden deshalb zu Hartz-IV-Empfängern.
Der Abschwung hat sich schneller bei den Arbeitslosengeld-Beziehern ausgewirkt, schreibt die Bundesagentur, "etwas zeitverzögert" erreiche er nun aber auch die Hartz-IV-Bezieher. Im Februar lebten 4,85 Millionen "erwerbsfähige Hilfebedürftige" mit zusammen 1,8 Millionen Kindern unter 15 Jahren in 3,5 Millionen Bedarfsgemeinschaften - jede(r) Fünfte davon alleinerziehend. Bedarfsgemeinschaften mit 1,9 Personen erhalten im Schnitt 826 Euro brutto und 664 Euro netto. Dabei variiere das Einkommen "in erheblichem Maße". 1,36 Millionen Bezieher stocken ihren Arbeitslohn auf . Von diesen wiederum verdient eine Million weniger als 800 Euro.
Vor allem Jugendliche haben "ein überdurchschnittliches Verarmungsrisiko", stellt DGB-Experte Wilhelm Adamy fest. Fast eine Million Jugendlicher sind auf Hartz IV angewiesen. "Diese Jugendlichen wachsen im Hinterhof der Wohlstandsgesellschaft auf." Sehr gravierend sei die Armut, "wenn sich der Hilfebezug bereits in jungen Jahren vesrfestigt", so Adamy.
Am Beispiel einer Alleinerziehenden mit Kind rechnet Johannes Steffen von der Arbeiterkammer Bremen vor, dass der mit der Einführung des Kinderzuschlags verfolgte Ansatz, Familien von Er werbstätigen aus der Fürsorge-Abhängigkeit zu lösen, derzeit völlig unzureichend eingelöst werde. Die auf 140 Euro begrenzte Höhe des Zuschlags ignoriere den gestiegenen Regelbedarf eines älteren Kindes und halte damit die erwerbstätige Alleinerziehende unnötig in der Hartz-IV-Falle gefangen. "Für die Betroffenen ist das Zusammenspiel von Arbeitslohn und den diversen Sozialleistungen nicht mehr durchschaubar."
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