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06. Dezember 2013

Xaver und die Windkraft: Der "perfekte Sturm"

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Die Windturbinen in Deutschland bekamen durch "Xaver" die Energie von 26 Atomkraftwerken.  Foto: REUTERS

Wie hoch die Schäden nach dem Orkantief "Xaver" sind, ist noch gar nicht einzuschätzen. Die modernen Windmühlen hingegen bekommen durch den Sturm so viel Energie wie noch nie.

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Das Orkantief „Xaver“ hat Deutschland einen neuen Windstromrekord beschert. Am Donnerstagabend speisten die modernen Windmühlen erstmals Energie mit einer Leistung von mehr als 26 000 Megawatt in die Netze ein – das entspricht fast 26 Atomkraftwerken. Zeitweise wurde auch noch in der Nacht zum Freitag 40 Prozent des gesamten Bedarfs mit Windstrom gedeckt. Das setzte sich am Freitag auf etwas geringerem Niveau fort. Den Daten der Strombörse EEX zufolge kam am Freitag die Öko-Energie über den gesamten Tag auf einen Anteil zwischen 30 und 35 Prozent – das hat es in dieser Größenordnung zuvor nicht gegeben.

Für die Windmüller war „Xaver“ ein nahezu perfekter Sturm; erstens wegen seiner Dauer. Es hat anderthalb Tage lang relativ heftig geblasen. Zweitens: Nicht nur an der Küste, sondern in weiten Teilen des Landes wurden hohe Windstärken verzeichnet. Aber zugleich waren die Böen nicht so kräftig, dass die Anlagen reihenweise abgeschaltet werden mussten, dies beschränkte sich weitgehend auf Windräder im hohen Norden.

Harter Test für das Stromnetz

Für das Stromnetz war „Xaver“ einer der bislang härtesten Tests. „Die Belastungen waren enorm, aber wir haben die Aufgabe bislang bewältigt“, sagte eine Sprecherin des größten Netzbetreibers Tennet. Die Unternehmen hatten die Besetzung der Schaltzentralen verstärkt und ihre Reparatur- und Servicetrupps in ständiger Bereitschaft, um schnell zur Stelle zu sein, wenn Bäume auf Stromleitungen fallen. Bis Freitagmittag waren bei den Netzbetreibern keine größeren Zwischenfälle bekannt.

Um das hohe Aufkommen an Windstrom zu bewältigen, waren massive Eingriffe in die Erzeugung und Verteilung der Energie nötig. Es galt zu verhindern, dass sich große Leitungen wegen Überlastung automatisch abschalten. Das Grundproblem in Deutschland ist, dass es schon bei normalem Wetter ein Überangebot an Strom im Norden und ein Defizit vor allem in den Ballungsgebieten im Süden gibt. Durch den Sturm hat sich das Ungleichgewicht massiv verstärkt.

Neuverteilung der Energiezufuhr

Um elektrische Energie aus Niedersachen und Schleswig-Holstein, aber auch aus den ostdeutschen Bundesländern nach Bayern und Baden-Württemberg zu transportieren, wurde Strom auf Leitungen umgeleitet, die normalerweise weniger stark ausgelastet sind. Zugleich setzten die Netzbetreiber einen sogenannten Redispatch um. Das bedeutet, sie organisierten eine kurzfristige Neuverteilung der Energieerzeugung.

Konventionelle Kraftwerke im Norden wurden angewiesen, ihre Leistung zu verringern. Kraftwerke im Süden mussten mehr erzeugen als gewöhnlich. Das entlastete die großen Stromautobahnen zusätzlich. Der Redispatch ist eine teure Angelegenheit. Denn die Anlagenbetreiber werden sowohl für das Abschalten als auch für den Mehraufwand entschädigt. Das Geld dafür holen sich die Netzbetreiber bei den Stromkunden zurück. Für Holger Krawinkel, Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, zeigt „Xaver“, wie notwendig ein zügiger Netzausbau ist: „Das würde Kosten für Redispatch-Aktionen deutlich senken.“

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