Wenngleich sich Deichmann, Europas größter Schuhhändler, ob der Internet-Konkurrenz nach wie vor gelassen gibt und gerade erst auf ein Umsatzwachstum um gut sieben Prozent auf 4,5 Milliarden Euro verweist, meldet der Online-Modehändler Zalando geradezu explodierende Zahlen. Demnach hat sich der Umsatz von 510 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 1,15 Milliarden Euro im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.
Das 2008 gegründete Unternehmen bietet als reiner Internet-Händler inzwischen 150 000 Produkte an, neben Schuhen und Bekleidung auch Haushaltsartikel, Einrichtungsgegenstände, Sportgeräte und Kosmetik. Die Kosten für Rücksendungen könne Zalando verkraften, sagte Geschäftsführer Rubin Ritter: „Die Retourenquote liegt bei zirka 50 Prozent. Das ist Teil des Geschäftsmodells, das ist im Businessplan einkalkuliert.“ Dennoch schreibt das Berliner Unternehmen noch immer rote Zahlen. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte sogar von 60 auf 90 Millionen Euro weiter ins Minus.
Zalando beliefert rund zehn Millionen Kunden in 14 europäischen Ländern. In der Kernregion Deutschland, Österreich und Schweiz habe die Zalando GmbH nach eigenen Angaben ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Im vorigen Jahr kamen sieben Staaten hinzu: Spanien, Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen, Polen und Belgien. An eine Expansion in weitere Regionen ist vorerst nicht gedacht: „Wir sind jetzt in allen wichtigen Märkten Europas vertreten. Darauf wollen wir uns konzentrieren“, sagte Co-Geschäftsführer David Schneider. Entscheidend sei, dass sich die Margen bereits in allen Regionen positiv entwickelten.
Finanziell sei Zalando gut aufgestellt. „2012 ist unsere Eigenkapitalquote auf über 50 Prozent gestiegen, von 39 Prozent im Jahr zuvor. Der schwedische Investor AB Kinnevik ist derzeit mit 35 Prozent der größte Anteilseigner. Zweitgrößter Gesellschafter sind die Samwer-Brüder, die wohl bekanntesten deutschen Internet-Investoren. Sie halten 29 Prozent von Zalando. (dpa/BLZ)
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