Berlin. Für rund 150.000 Zeitarbeiter gibt es mehr Geld. Vom 1. Mai an steigen ihre Löhne in einem ersten Schritt um 2,5 Prozent, zwölf Monate später noch einmal um denselben Satz. Zudem ist eine Einmalzahlung in Höhe von 80,00 Euro vereinbart. Darauf einigten sich am Dienstag der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und die Tarifgemeinschaft Zeitarbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Für BZA-Tarifverhandlungsführer Thomas Bäumer hat der Abschluss "Vorreiter-Funktion für die gesamte Branche". Er empfehle deshalb allen Unternehmen in der Zeitarbeit, sich daran zu orientieren. Nach seiner Einschätzung gilt der Abschluss für etwa 150.000 Arbeitnehmer und damit für ungefähr ein Drittel aller Branchenbeschäftigten. Er forderte die Bundesregierung erneut auf, einen für die gesamte Zeitarbeitsbranche verbindlichen Mindestlohn einzuführen.
Mit dem Tarifabschluss steigt der Mindestlohn im Bereich des BZA zum 1. Mai auf 7,56 Euro im Westen und auf 6,62 Euro im Osten, sagte Bäumer der dpa auf Anfrage. Es handele sich in der Branche um den "einzigen gültigen Tarifvertrag, der auch rechtssicher ist".
Damit spielte er auf das Urteil des Berliner Landesarbeitsgerichts vom vergangenen Dezember an, nach dem die Christlichen Zeitarbeit- Gewerkschaften nicht tariffähig sind. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig. Die Christlichen Gewerkschaften unterbieten regelmäßig die Abschlüsse der DGB-Gewerkschaften. Diese Tarifkonkurrenz verhinderte bislang einen allgemeinverbindlichen Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche. (dpa)
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