kalaydo.de Anzeigen

18 Termine pro Jahr: Beim Arztbesuch sind Deutsche Spitze


Foto: FR-Infografik

Ungeachtet verbreiteter Klagen über das Gesundheitssytem gehen die Deutschen besonders häufig zum Arzt. Zwischen 2004 und 2007 habe die Zahl der Praxisbesuche um mehr als acht Prozent zugenommen, heißt es einer neuen Studie der Gmünder Ersatzkasse . Der repräsentativen Erhebung zufolge gab es im Jahr 2007 durchschnittlich fast 18 Arzt-Termine pro Person. Damit belege Deutschland international einen Spitzenplatz, sagte Kassenchef Rolf-Ulrich Schlenker am Donnerstag in Berlin.

Wie sind jene Zahlen, die Aufenthalte beim Zahnarzt oder in Klinikambulanzen nicht abdecken, zu bewerten? Einerseits als Beleg für eine hohe Versorgungsdichte; andererseits stellt Schlenker sich die Frage, ob ein reger Praxisbetrieb stets einhergehe mit "viel Beratung und guter Qualität". Bei etwa 137 000 niedergelassenen Ärzten in Deutschland und durchschnittlich 5,2 Millionen Terminen pro Werktag müsse jeder Mediziner täglich rund 38 Patienten behandeln.

Die Bundesbürger gehen nicht nur oft in die Praxis, sie wechseln sie auch häufig. Gut die Hälfte aller Patienten (rund 40 Millionen) nahmen im Jahr 2007 die Leistungen von vier oder mehr (Fach-) Ärzten in Anspruch. Mit Abstand führend sind (mit rund zwei Dritteln der Besuche) die Allgemeinmediziner, es folgen Internisten, Gynäkologen und Orthopäden. Generell die meisten Arztkontakte haben Kinder und Senioren; Frauen lassen sich häufiger in der Praxis behandeln als Männer, letztere sind im Alter zwischen 20 und 25 regelrechte Arztmuffel.

Montags suchen durchschnittlich acht Prozent der Deutschen eine Praxis auf - doppelt so viel wie an sonstigen Tagen. Zu Wochenbeginn werden auch mit Abstand die meisten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigigungen ausgestellt - ein Drittel aller Krankschreibungen.

Vager Begriff Depression

Ausführlich beschäftigt sich die Studie mit dem durch den Gesundheitsfonds novellierten "Morbiditäts-Risiko-Strukturausgleich". Hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich ein milliardenschweres Umverteilungssystem zwischen den Krankenkassen. Es soll sicher stellen, dass einzelne Kassen künftig aus dem Fonds zielgenauer als bisher Zahlungen für bestimmte, besonders schwere und kostenintensive Erkrankungen ihrer Mitglieder erhalten. Zu diesen Leiden, für die sehr hohe Zuschläge gezahlt werden, gehören Depressionen. Immerhin 5,8 Prozent aller rund 75 Millionen gesetzlich Versicherten litten im Jahr 2006 unter solchen Krankheiten.

Hier seien schärfere Abrenzungen nötig, mahnte Schlenker die Ärzte; sonst bestehe das Risiko, dass "relativ gesunde" Menschen leichtfertig als chronisch Kranke eingestuft würden.

Autor:  MICHAEL BERGIUS
Datum:  16 | 1 | 2009
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung


Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.

Aurora Borealis

Wie eine gigantische Lasershow aus dem Weltall wirken die außerordentlich spektakulären Polarlichter - Bilder und Videos.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Anzeige

Videos
Spezial
www.museocereanatomiche.it

Neue Forschungsergebnisse in der Medizin, der Blick in das Innere des Menschen - mehr zu lesen im FR-Spezial Medizin.

Rückblick auf 50 Jahre
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug bei Übungen zum ersten bemannten Weltraumflug. Gagarin umkreiste am 12. April 1961 in der Raumkapsel Wostok als erster Mensch die Erde.

Zum fünfzigsten Jahrestag des ersten Starts der Menschheit ins Weltall hat die russische Raumfahrtagentur ein Video veröffentlicht.

Anzeige

Werben auf dem iPad
Das iPad als Werbeform bietet besonders viele Möglichkeiten. Gerne beraten wir Sie persönlich.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial

Vor vierzig Jahren brachen mutige Männer auf, um einen Menschheitstraum zu erfüllen - die Landung auf dem Mond.

Ist Apple jetzt am Ende?

Ist der Stern von Apple nach dem Tod von Steve Jobs am untergehen?

Meistgeklickt
Auch Bettina Wulff wirkt müder als sonst - hier besichtigt sie Leonardo da Vincis
Bundespräsident Wulff in Italien 
Wütend nach dem Eintracht-Spiel in Düsseldorf: Heribert Bruchhagen.
Eintracht-Boss hadert mit Schiedsrichter und Schauspieler 
Bayer Leverkusen Boss Holzhäuser 
Diskussionen: Bamba Anderson redet auf Schiedsrichter-Assistent Jan Hendrik Salver ein.
Fußball-Kolumne Ballhorn (IV) 
Spezial

Sie sollte das Studium vereinfachen, das Hochschulwesen europaweit vereinheitlichen. Die Kritik an der Bologna-Reform lässt nicht nach.

Spezial
Test auf Strahlenspuren.

Live-Ticker, Bilder, Videos und Grafiken, Hintergründe, Spendenadressen und vieles mehr im Spezial zur Katastrophe in Japan.

ANZEIGE
- Business
- sonstiges
- Kauftipps!