Am besten wirke das Neurofeedback in Kombination mit anderen Ansätzen - einem Verhaltenstraining zum Beispiel, einer Ergo- oder einer Lerntherapie, sagt Krombholz. Auch die Eltern sollten seiner Ansicht nach stets in die Behandlung miteinbezogen werden. Wie lange der Erfolg des Neurofeedback anhält, ist derzeit noch ungewiss. Die bisher längste Studie erstreckte sich über einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren. "In dieser Zeit blieb die Reduktion der Symptome entweder konstant oder sie verringerten sich sogar noch weiter", sagt Strehl.
Gemeinsam mit Holger Gevensleben und anderen Kollegen, unter anderem aus Frankfurt und Mannheim, startet Wissenschaftlerin Strehl in diesen Tagen eine Studie mit 144 ADHS-Kindern, in der das Neurofeedback mit einer anderen Methode des Biofeedback verglichen wird. Bei dem Biofeedback-Training sollen die Kinder das U-Boot oder andere Dinge auf dem Bildschirm bewegen, indem sie lernen, Muskeln im Schulterbereich gezielt anzuspannen und wieder zu lockern.
"So wollen wir herausfinden, inwieweit die Erfolge des Neurofeedbacks auf unspezifischen Trainingseffekten beruhen", erläutert Strehl. Denkbar sei nämlich auch, dass sich die Symptome der Kinder deshalb besserten, weil sie plötzlich viel mehr Aufmerksamkeit als zuvor bekämen.
Egal wie die Studie ausgeht: "Eines sollten wir nicht vergessen", sagt Ute Strehl: "Es wird immer Kinder geben, denen man das Leben ohne Ritalin unnötig erschweren würde." Doch selbst bei ihnen, ist die Forscherin überzeugt, könne ein zusätzliches Neurofeedback das Medikament mittelfristig überflüssig machen.
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