Mexiko-Stadt/Hamburg (dpa) - Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat spezielle Aidsmedikamente für Kinder gefordert. Angepasste Therapien seien dringend nötig, damit weniger Kinder an den Folgen von Aids sterben, teilte MSF in Mexiko-Stadt mit, wo bis zum Freitag die 17. Weltaidskonferenz tagt.
Nach Daten des jüngsten Weltaidsberichts der Vereinten Nationen hat die Immunschwäche im vergangenen Jahr 270.000 Kinder getötet. MSF behandele weltweit mehr als 10.000 HIV-infizierte Jugendliche unter 15 Jahren mit sogenannten antiretroviralen Medikamenten, die den Ausbruch der Immunschwäche verzögern sollen, hieß es in der Mitteilung weiter.
Forschung an Kindermedikamenten habe keine Priorität
"Die meisten heute erhältlichen Mittel sind für den Einsatz in schwieriger Umgebung wenig geeignet", sagte die Pharma-Koordinatorin der MSF-Medikamentenkampagne, Karen Day. So handele es sich um Pulver, die mit Wasser gemischt werden müssten, oder bitter schmeckende Säfte, die zudem noch gekühlt werden müssten.
"Bei neuen Medikamenten wissen wir noch nicht, ob sie für Kinder sicher sind", erläuterte Day. "In den entwickelten Ländern werden so wenige Kinder mit HIV geboren, dass die Forschung an Kindermedikamenten für Pharmaunternehmen keine Priorität hat." In den vergangenen fünf Jahren hat MSF nach eigenen Angaben mit der Behandlung von annähernd 4000 Kindern unter fünf Jahren begonnen.
Zahl HIV-infizierter Kinder auf neuem Höchststand
"Kinder kämpfen nicht nur gegen Aids, sie kämpfen gegen die Zeit", sagte der Kinderarzt Fernando Parreño, der für MSF in Simbabwe arbeitet. "Ohne Behandlung wird die Hälfte der Kinder, die mit HIV auf die Welt kommen, ihren zweiten Geburtstag nicht erleben." Die Zahl HIV-infizierter Kinder unter 15 Jahren hat 2007 dem Weltaidsbericht zufolge einen neuen Höchststand von weltweit etwas mehr als 2 Millionen erreicht, 370.000 Kinder infizierten sich neu.
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