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Alpen: Gletscher schmelzen besonders rasch

Bei einigen Gletschern ist die Eisschmelze in diesem Jahrhundert sogar mehr als doppelt so schnell verlaufen wie in der Zeit von 1980 bis 1999, sagen Forscher.

Der Tortin-Gletscher in der Schweiz wird im Sommer mit einer Sonnenschutzfolie abgedeckt (Archiv).
Der Tortin-Gletscher in der Schweiz wird im Sommer mit einer Sonnenschutzfolie abgedeckt (Archiv).
Foto: Foto: dpa

Zürich. Die Gletscher schmelzen weltweit in dramatischen Tempo weiter. Das zeigen die Daten des World Glacier Monitoring Service an der Universität Zürich für das Jahr 2007.

Bei einigen sei die Eisschmelze in diesem Jahrhundert sogar mehr als doppelt so schnell verlaufen wie in der Zeit von 1980 bis 1999. Nach Angaben der Züricher Forscher haben die 80 untersuchten Gletscher nach vorläufigen Daten im Jahr 2007 durchschnittlich eine Dicke an Schnee, Firn oder Eis verloren, die einer 67 Zentimeter hohen Wassersäule entspricht. In den Alpen seien es bei einzelnen Gletschern sogar bis zu 2,5 Meter Wasseräquivalent gewesen, berichtete die Universität am Donnerstag.

"Der durchschnittliche Eisverlust im Jahr 2007 war nicht so extrem wie im Jahr 2006, erläuterte Mitautor Michael Zemp. "Trotzdem ist 2007 jetzt das sechste Jahr dieses Jahrhunderts, in dem der durchschnittliche Eisverlust der Gletscher mit langen Messreihen einen halben Meter übersteigt."

Besonders deutlich wird die Schmelze in einer Zeitreihe von 30 Gletschern in 9 Gebirgsregionen, die bereits seit 1980 beobachtet werden. Zwischen 1980 und 1999 ist deren Eis nach Forscherangaben durchschnittlich um knapp 30 Zentimeter Wasseräquivalent pro Jahr geschmolzen. Seit 2000 hat sich dieser Wert auf rund 70 Zentimeter mehr als verdoppelt.

Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den Berggebieten. So habe die Eisdicke von Gletschern in Skandinavien in Meeresnähe sogar um einen Meter zugenommen, schreibt die Universität. Insbesondere in den europäischen Alpen wurden dagegen "dramatische Eisverluste registriert": Den vorläufigen Daten zufolge verloren in Österreich der Hintereisferner 1,8 Meter Wasseräquivalent und der Sonnblickkees 2,2 Meter. Auch in der Schweiz wurden Verluste von mehr als einem Meter Wasseräquivalent gemeldet, so am Silvretta (-1,3 Meter) und am Gries (-1,7 Meter).

In Norwegen legten einige küstennahe Gletscher etwas zu, etwa der Nigardsbreen (+1 Meter) oder der Ålfotbreen (+1,3 Meter) während die Inland-Gletscher wie der Hellstugubreen oder Gråsubreen weiter schmolzen (beide -0,7 Meter). In Südamerika hatten 2007 alle untersuchten Gletscher einen Eisverlust.

Das Wasseräquivalent gibt an, welchen Wassergehalt die gemessene Dickenänderungen in Eis, Firn und Schnee haben. Ein Meter Eis entspricht dabei ungefähr 0,9 Meter Wasseräquivalent. (dpa)

Datum:  29 | 1 | 2009
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