Münster (dpa) - Mehr Beachtung für die geschätzten vier Millionen Analphabeten in Deutschland erhofft sich der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung in Münster vom 8. September, dem Internationalen Alphabetisierungstag.
Dieser habe einen hohen Stellenwert, teilte die Organisation in Münster mit. Allein die Zahl der Anrufe beim "Alfa-Telefon", bei dem Betroffene und Interessierte Informationen und Hilfe bekommen, steige nach dem Tag um das drei- bis vierfache.
Jeder zwanzigste Erwachsene in Deutschland könne nicht auf einem gesellschaftlich angesehenen Niveau lesen und schreiben. Die Zahl der sogenannten funktionalen Analphabeten ist seit Jahren konstant.
Nach Angaben des Projektleiters beim Bundesverband, Andreas Brinkmann, hat das Bundesbildungsministerium 2006 insgesamt 30 Millionen Euro für 27 Projekte bereitgestellt. Förderkurse besuchen zurzeit etwa 25.000 Menschen. "Das sind 0,6 Prozent der geschätzten Analphabeten", sagte Brinkmann.
Anlass für den Besuch eines Kurses sei häufig Leidensdruck der Betroffenen, weil es im Job, in der Beziehung oder in der Familie zu Problemen komme. Da Analphabeten meist eine einzige Vertrauensperson hätten, gelinge es ihnen sehr gut, ihr Defizit zu verbergen. Gerade bei Älteren sei die Lese- und Schreibschwäche noch immer ein Tabuthema. Jüngere hingegen gingen offener mit diesem Problem um.
www.alphabetisierung.de Alfa-Telefon: 0251/533344
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