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Amazonas: Ende der Regenwaldabholzung möglich

Ein umfassendes Programm zum Stopp der Regenwaldabholzung im Amazonas bis 2020 würde einer Studie zufolge zwischen 6,5 und 18 Milliarden US-Dollar (4,3 bis 12 Milliarden Euro) kosten.

Ein Streifen des Regenwalds des Amazonas nahe der brasilianischen Stadt Manaus wird durch Brandlegung gerodet (Archivfoto vom 04.11.2003).
Ein Streifen des Regenwalds des Amazonas nahe der brasilianischen Stadt Manaus wird durch Brandlegung gerodet (Archivfoto vom 04.11.2003).
Foto: Foto: dpa

São Paulo. Ein umfassendes Programm zum Stopp der Regenwaldabholzung im Amazonas bis 2020 würde einer Studie zufolge zwischen 6,5 und 18 Milliarden US-Dollar (4,3 bis 12 Milliarden Euro) kosten.

Die 18 an der Untersuchung beteiligten internationalen Wissenschaftler sind sich aber einig: Der Nutzen würde die Kosten übertreffen. So würde etwa ein Ende der Abholzung im brasilianischen Amazonas den globalen Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) zwischen zwei und fünf Prozent verringern, schreiben sie im Fachjournal "Science" (Bd. 326, S. 1350) vom Freitag.

Hinzu kämen eine Reduzierung der Waldbrände, der Luftverschmutzung, der Überflutungen und der Landerosion. Die zusätzlichen finanziellen Kosten könnten durch den sogenannten REDD- Mechanismus aufgebracht werden, der die Tropenländer für den Schutz der Regenwälder und den damit verhinderten CO2-Ausstoß finanziell entschädigen soll. Er ist ein Hauptthema auf dem am Montag in Kopenhagen beginnenden UN-Klimagipfel.

Die brasilianische Regierung will die Abholzung im Amazonas-Gebiet bis zum Jahr 2020 um 80 Prozent verringern. Als Vergleichszeitraum dienen die Jahre 1996 bis 2005, in denen durchschnittlich eine Fläche von 19 500 Quadratkilometern Regenwald im Jahr vernichtet wurde.

Nach einer kürzlich vorgestellten Erhebung der Regierung wurden von August 2008 bis Juli 2009 im Amazonas "nur" 7000 Quadratkilometer abgeholzt und damit 45 Prozent weniger als in den zwölf Monaten zuvor. Die Forscher bestätigten den Trend: Von Juli 2005 bis Juli 2009 sei die Abholzung um 36 Prozent zurückgegangen.

Ein Grund dafür seien die in den Jahren 2005 und 2006 gesunkenen Weltmarktpreise für Soja und Rindfleisch. Die Soja-Farmer und die Rinderzüchter sind die Hauptverantwortlichen für die Abholzung im Amazonas. "Die Viehhaltung ist für annähernd vier Fünftel der Entwaldung im Amazonas verantwortlich", heißt es in dem "Science"- Bericht. Notwendig sei, die Flächen für die Rinderhaltung und den lukrativen Soja-Anbau stabil zu halten und kleine Unternehmen, die den Regenwald nachhaltig nutzten, zu unterstützen. (dpa)

Datum:  4 | 12 | 2009
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