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Anti-RSI-Seminar der TU Darmstadt : Ein Viertel aller PC-Nutzer leidet am Mausarm

Mausarm, Sehenscheidenentzündung, Karpaltunnelsydrom: Wenn der Schmerz in Hand, Arm oder Schulter chronisch wird, weist das auf RSI hin. Wie man den Schmerz vermeidet, lernt man im Anti-RSI-Seminar der TU Darmstadt.

Gegen RSI hilft, auf alternative Eingabegeräte wie den Touchscreen des iPads umzusteigen.
Gegen RSI hilft, auf alternative Eingabegeräte wie den Touchscreen des iPads umzusteigen.
Foto: AFP

Sieht aus wie der Joystick vom Amiga 500. Mit so einem Gerät konnte man gut Flugzeuge steuern. Die vertikale Maus gibt es jetzt wieder. Mit ihr lässt sich der Mausarm vermeiden. Das hoffen zumindest die Teilnehmer des RSI-Präventionskurses an der TU Darmstadt.

RSI steht für "repetitive strain injury". Gemeint sind klitzekleine Verletzungen, die zustande kommen, wenn man zu oft auf die Maus klickt oder zu viel tippt. Davon sind in Deutschland rund ein Viertel aller PC-Nutzer betroffen, je nach Studien zwischen 20 bis 24 Prozent.

Im Kurs sitzen Ingenieure, Programmierer, Architekten, Verwaltungsangestellte und Journalisten. Menschen, die täglich am PC arbeiten. Früher hieß der Schmerz, der aus der Dauerbelastung der Arme entstehen kann, Sekretärinnenkrankeit. Heute sagt man RSI.

RSI kann man bekommen, aber auch wieder los werden. Die TU Darmstadt zeigt, wie: In einem fünfwöchigen Programm, dass jeder Teilnehmer täglich absolvieren soll. Die Grundlagen werden im Wochenendseminar vermittelt.

Eingabegeräte ausprobieren

Es gibt noch andere Eingabegeräte, die die Teilnehmer testen - Stifte, Touchpads, geschwungene Mäuse. Es gibt Mousepads, Armauflagen, gewundene Tastaturen. Jeder hat seine Präferenzen.

Die Maus zu wechseln hilft aber noch nichts, wenn man nicht richtig sitzt: Beine im rechten Winkel zum Körper, Ellbogen auf 90 Grad, die Unterarme auf die Lehnen gestützt. Die Handgelenke sollte man nicht anwinkeln, um die Sehen und Nerven zu schonen.

Am schädlichsten für den Körper ist, wenn man beim Arbeiten keine Pausen macht. Kurzpausen von zwei bis drei Minuten jede halbe Stunde empfehlen die Psychologen. Auch zu kalt sollte es im Raum nicht sein: Kälte fördert die Verletzungsgefahr. Überhaupt hilft, sich aufzuwärmen. Die Oberkörper und die Arme bewegen und lockern, sich dehnen, am besten direkt am Arbeitsplatz.

Nicht nur der Körper, auch der Geist sollte sich gelegentlich entspannen. Das Stichwort lautet Achtsamkeit. Auf sich aufpassen. In dem man das Arbeitsvolumen besser über den Tag verteilt, nicht alles auf einmal macht, sich klug organisiert. Auch hilft, in sich hineinzuhorchen, wie es Übungen wie der "Body Scan" vorsehen. Progressive Muskelentspannung empfehlen die Psychologen ebenfalls, um Stress abzubauen.

All diese Verfahren, die im Anti-RSI-Seminar vorgestellt werden, sind aber noch kein Allheilmittel. Wichtig ist, dabeizubleiben, und sein Verhalten umzustellen. Wie Peter Sloterdijk sagt: Du musst dein Leben ändern.

Anti-RSI-Kurs der TU Darmstadt: www.rsi-online.de

Wichtige Tastaturkurzbefehle für PC und Mac

Bildergalerie ( 20 Bilder )
Autor:  Florian Leclerc
Datum:  20 | 1 | 2012
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