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Arktis 2008: Eis so dünn wie nie zuvor

Das Eis in der Arktis ist in diesem Jahr so dünn wie nie zuvor gewesen. Auch bezogen auf das Volumen ist die Eisschicht kleiner als in jedem anderen Jahr.

Eis in der Arktis: Die massive Eisschmelze der vergangenen Jahre führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels.
Eis in der Arktis: Die massive Eisschmelze der vergangenen Jahre führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels.
Foto: dpa

Genf. Das Eis in der Arktis war in diesem Jahr so dünn wie nie zuvor. Das teilte die Weltwetterorganisation der Vereinten Nationen (WMO) am Dienstag in Genf mit. Auch bezogen auf das Volumen war die Eisschicht kleiner als in jedem anderen Jahr.

Es schmolz so weit ab, dass von der Ausdehnung her im Sommer nur die zweitkleinste Eisfläche übrig blieb, seit Satelliten 1979 mit den Beobachtungen begonnen haben. Ansonsten war 2008 das zehntwärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1850.

Die geringste Ausdehnung erreichte das Eis im Wechsel zwischen Schmelzen und Frieren am 14. September 2008. Mit 4,67 Millionen Quadratkilometern war die Fläche nur leicht größer als 2007 mit 4,3 Millionen Quadratkilometern, was als die bisher geringste Eis- Ausdehnung in der Arktis angesehen wird.

Die weltweite Oberflächentemperatur zu Lande und zu Wasser lag in diesem Jahr 0,31 Grad Celsius über dem Jahresdurchschnitt von 14 Grad, wie er zwischen 1961 und 1990 gemessen wurde, sagte WMO- Generalsekretär Michel Jarraud. Damit lag die Oberflächentemperatur leicht unter den vergangenen Jahren dieses Jahrhunderts. Jarraud sprach von einem Jahr mit vielen Wetterextremen, die unter anderen etwa der Türkei die kältesten Januarnächte seit 50 Jahren oder den wärmsten Winter 2007/2008 für Finnland, Schweden und Norwegen brachten.

Das extreme kalte Winterwetter forderte in Afghanistan und China Hunderte von Opfer. Deutschland wurde zwischen Mai und September von einer großen Zahl starker Gewitter mit viel Regen und Hagelstürmen heimgesucht. Portugal und Spanien erlebten den trockensten Winter seit Jahrzehnten. Dagegen gab es in in Nord- sowie in Schwarzafrika, einschließlich West- und Ostafrika, heftige Regenfälle, die etwa in Simbabwe zu Überschwemmungen führten.

In Frankreich gab es Anfang November ebenfalls heftige Regenfälle mit Überschwemmungen. Außerdem bildeten sich im Atlantik 16 tropische Stürme - darunter acht Wirbelstürme, fünf von ihnen in der Kategorie drei oder höher. Der Durchschnitt liegt bei elf tropischen Stürmen und sechs Hurricans, von denen zwei größte Ausmaße erreichen. In den USA gab es zudem eine Rekordzahl an Tornados: Ihre Zahl von 1489 zwischen Januar und August stellt seit den beginnenden Aufzeichnungen im Jahr 1953 eine Rekordmarke dar.

Das Ozonloch über der Antarktis erreichte am 12. September mit 27 Millionen Quadratkilometer zwar einen niedrigeren Wert als im Rekordjahr 2006, war aber wieder größer als 2007. (dpa)

Datum:  16 | 12 | 2008
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