Die Chancen von Hochschulabsolventen haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Während es 62 Prozent der heute 35- bis 39-jährigen Akademiker noch in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis schafften, sind es unter den jungen Berufseinsteigern bis 24 Jahre nur noch 44 Prozent.
Dafür startet gut ein Drittel von ihnen als Praktikant ins Berufsleben – fast dreimal mehr als in der Gruppe der älteren Akademiker. Das ergab eine Online-Umfrage unter tausend Akademikern, die jetzt vom Darmstädter Beratungsunternehmen univativ veröffentlicht wurde. Im Rahmen seiner jährlich erscheinenden Studie „unicensus“ befragte es auch 1200 Studenten an 60 deutschen Hochschulen.
Jeder Dritte startet als Praktikant
Auch wenn in der Öffentlichkeit viel von einem Wandel des Arbeitsmarktes die Rede ist, scheint die Lage vielen Studenten nicht bewusst zu sein. 54 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie eine reguläre Anstellung erhalten werden. Lediglich 12,5 Prozent sehen sich als künftige Berufseinstiegs-Praktikanten. Auf die Aufnahme in ein Trainee-Programm hoffen 21 Prozent. Dagegen bestätigen nur 14 Prozent der jungen Berufseinsteiger bis 24 Jahre, dass sie ihre Laufbahn tatsächlich als Trainee begonnen haben.
Falsche Vorstellungen gibt es auch, was den Übergang ins Berufsleben betrifft. 61 Prozent der Akademiker mit bis zu zehn Jahren Berufserfahrung erinnern sich, dass sie einfach ins kalte Wasser geworfen wurden. Sie seien plötzlich an Kennzahlen gemessen worden und hätten sofort unter Leistungsdruck gestanden, sagen sie. Auch auf den Umgang mit Menschen – Kunden, Vorgesetzten, Kollegen – fühlten sich viele schlecht vorbereitet. Das erlernte Fach- und Methodenwissen sei für den Berufsalltag nur unzureichend gewesen. Unter den Studenten herrscht dagegen noch immer die Vorstellung, dass Firmen ihrem Nachwuchs mit Einarbeitungszeiten und individuellem Coaching den Berufseinstieg erleichtern.
55 Prozent der Studenten wiederum gestehen, dass sie während des Studiums Nebenjobs wählen, die eher nicht aufs Berufsleben vorbereiten. Sie jobben in der Gastronomie, im Verkauf, in der Produktion oder bei Promotion-Einsätzen. Nur etwa ein Drittel entscheidet sich gezielt für Jobs, die sie für den späteren Beruf brauchen könnten, etwa als wissenschaftliche Hilfskraft, im Büro oder beim Nachhilfe-Unterricht. Besonders begehrt sind dabei Tätigkeiten als Werkstudent im Unternehmen. 47 Prozent der Studenten gaben indes an, während des Semesters gar nicht oder nur wenig nebenbei zu arbeiten.
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