Berlin. In zahlreichen deutschen Hochschulstädten haben tausende Studenten und Schüler am Dienstag ihre Protestaktionen für bessere Lernbedingungen in Universitäten und Schulen fortgesetzt.
In Freiburg gingen nach Polizeiangaben 5000 Studenten und Schüler auf die Straße. Auch in Berlin und Köln formierten sich gegen Mittag die Protestzüge. Die Demonstranten trugen Banner mit Sprüchen wie "Willkommen in der Bildungsfabrik" und "Bildung zu teuer! Was kostet Dummheit?" Kleinere Demonstrationen wurden aus Karlsruhe und Heidelberg gemeldet.
Die Studenten fordern die Abschaffung der in einigen Unionsländern erhobenen Studiengebühren. Zugleich wollen sie eine inhaltliche Studienreform in den neuen Bachelor-Studiengängen und ein Ende der "stofflichen Überfrachtung". An vielen Hochschulen seien die Lehrinhalte aus den früheren zehnsemestrigen Diplom-Studiengängen ohne Abstriche in die sechs- bis siebensemestrigen Bachelor- Studiengänge "hinein gepropft" worden, hieß es auf Flugblättern.
Auch die Schüler fordern eine Überprüfung des Unterrichtsstoffs nach Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von neun auf acht Jahre.
Der Präsident des Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, bezeichnete die Klagen der Studenten über Stofffülle und Prüfungsdichte in der "Südwest Presse" als berechtigt. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) räumte im Deutschlandfunk handwerkliche Fehler bei der Studienreform ein. Bund und Länder bemühten sich aber gemeinsam um Verbesserungen. (dpa)
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