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Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

02. Januar 2013

Diagnose Herzinfarkt: Es wird warm ums Herz

 Von Dr. med. Johannes Weiss
Umwelteinflüsse wie hohe Temperaturen und Luftbelastung wirken sich auf das Herzinfarktrisiko aus.  Foto: dpa

Neben den bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck erhöhen auch Umwelteinflüsse das Herzinfarktrisiko.

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Das Herzinfarktrisiko ist immer ein großes Thema in der Wissenschaft – und nicht nur dort. Kein Wunder, denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den industrialisierten Ländern nach wie vor die Todesursache Nummer 1. Neben den bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck, die jeder selbst mehr oder weniger gut in den Griff bekommen kann, sind da natürlich auch Umwelteinflüsse interessant, die sich nicht so ohne weiteres steuern lassen.

Beispielsweise Feinstaub und andere Belastungen der Luft. So fand eine britische Forschergruppe im vergangenen Jahr heraus, dass die Luftbelastung mit Schwebteilchen und Stickoxid das Herzinfarktrisiko für jede Zunahme um 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft um 1,1 Prozent steigert, was für einen Zeitraum zwischen ein und sechs Stunden gilt. Das ist nicht viel, aber immerhin etwas und würde in anderen Bereichen möglicherweise für Aufschreie sorgen. Allerdings war dieser Effekt kurze Zeit darauf auch schon wieder aufgehoben.

Hohe Temperaturen riskant

Passend zur Wintersaison veröffentlichte die selbe Arbeitsgruppe nun neue Daten zum Herzinfarktrisiko, die diesmal die Temperaturen betreffen. Dazu analysierten die Wissenschaftler knapp 25.000 Krankenhausaufnahmen, die innerhalb von sieben Jahren während der Sommermonate wegen eines Herzinfarktes erfolgten. Auch hier fand sich wieder ein Zusammenhang: Stieg die Außentemperatur über 20 Grad Celsius an, so nahm mit jedem Grad das Herzinfarktrisiko innerhalb der bereits erwähnten Zeitspanne von ein bis sechs Stunden um 1,9 Prozent zu. Auch hier relativierte sich das Risiko mit der Zeit, war aber nach drei Tagen immerhin noch um ganze 0,2 Prozent erhöht.

Ein gutes Argument also, um im Winter die Heizung zu drosseln und Haus oder Wohnung keinesfalls über 20 Grad zu heizen? Nicht unbedingt, denn die Wissenschaftler sehen nicht die Wärme an sich als Gefahr. Vielmehr argumentieren sie, dass wärmere Temperaturen bei extrem anfälligen Menschen einen Herzinfarkt auslösen können, den diese ohnehin zu einem späteren Zeitpunkt erlitten hätten.

Außerdem hatten die selben Wissenschaftler bereits zwei Jahre zuvor darauf hingewiesen, dass an jedem beliebigen Tag das Herzinfarktrisiko um jeweils zwei Prozent steigt, wenn die Temperatur um jeweils ein Grad fällt. Forscher dürfen solche Spiele weitertreiben. Alle anderen können darüber schmunzeln.

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