Simone studiert Jura im sechsten Semester, doch jetzt steht sie kurz vor dem Abbruch: verpatzte Klausuren, keine Scheine. "Ich bin 24 und habe nix in der Hand", jammert sie in einem Onlineforum für Studenten. Sie klagt nicht allein.
Mehr als ein Viertel der Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen packen den Abschluss nicht, meldet das Statistische Bundesamt am Montag. Grundlage der neuen Erhebung sind jene angehenden Akademiker, die sich zwischen 1999 und 2000 an einer Hochschule eingeschrieben hatten - ein Großteil davon studierte demnach noch nicht in den neuen Strukturen von Bachelor und Master.
Positiv betrachtet, schließen immerhin 73 Prozent ein Studium erfolgreich ab, wobei die Fachhochschulen (80 Prozent) besser abschneiden als die Universitäten (68 Prozent). Deutliche Schwankungen zeigen sich nach den Daten des Statistischen Bundesamtes bei den Fächern an Uni und FH. Während in der Medizin 87 Prozent der Studierenden ihre Examen schaffen, sind es bei den Sprach- und Kulturwissenschaft nur knapp 60 Prozent, in Mathematik und Naturwissenschaften 66 Prozent und in den Ingenieurswissenschaften knapp 70 Prozent.
Auch bei den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede - wenn auch geringfügige: Während die Erfolgsquote bei den Studentinnen bei 74 Prozent liegt, schaffen bei den männlichen Kommilitonen nur 71 Prozent den Abschluss. Allerdings variierte der Studienerfolg je nach Fachbereich beträchtlich. So sind die Frauen in den Sprach- und Kulturwissenschaften sowie den Ingenieurswissenschaften erfolgreicher als Männer. Diese wiederum reüssierten in der Veterinärmedizin.
Jurastudentin Simone und den rund 24 Prozent ihrer Kommilitonen, die den Abschluss in der Rechtswissenschaft vermasseln, nützt die neue Statistik jedoch wenig. Warum sie und andere Studierende auf der Strecke bleiben, hatten Anfang des Jahres die Statistiker des Hochschul-Informations-Systems (HIS) erfragt. Danach sind die häufigsten Gründe für Studienabbruch Leistungsprobleme, Überforderung und Geldnot.
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