Aktuell: Eintracht Frankfurt | Fußball-News | Blockupy | Ukraine | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main

Wissen
Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

26. März 2012

Ernährung: Schokolade macht doch nicht dick

Schokolade wieder richtig genießen. Foto: dpa

Schokolade ist offenbar doch kein Dickmacher: Viele Schoko-Fans sind sogar dünner als Menschen, die selten oder nie Schokolade essen. Einer Studie zufolge sei nicht der reine Kaloriengehalt entscheidend, sondern die Wirkung der Inhaltsstoffe.

Drucken per Mail
Chicago –  

Schokolade ist offenbar doch kein Dickmacher: Viele Schoko-Fans sind sogar dünner als Menschen, die selten oder nie Schokolade essen. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forscher mit mehr als 1000 Teilnehmern. Dieser Effekt lässt sich nicht dadurch erklären, dass Schokoladenesser an anderer Stelle Kalorien sparen. In der Studie hatten sie meist mehr Kalorien und Fett pro Tag aufgenommen und nicht mehr Sport gemacht als die Schokoladenverächter, berichten die Forscher im Fachmagazin „Archives of Internal Medicine“.

Schokolade ist reich an Zucker und Fett - daher liegt es nahe, dass sie dick macht. Bei einem extremen Konsum könne das auch der Fall sein. Aber es komme offenbar nicht nur darauf an, wie viele Kalorien man zu sich nehme, sondern auch, aus welchen Nahrungsmitteln diese Kalorien stammten, schreiben Beatrice Golomb von der University of California in San Diego und ihre Kollegen.

Inhaltsstoffe mit positiver Wirkung auf den Stoffwechsel

Bereits zuvor hatten Untersuchungen gezeigt, dass Inhaltsstoffe der Schokolade positive Wirkungen auf den Stoffwechsel haben, wie die Forscher berichten. So könne Schokolade mit hohem Kakaoanteil - in Maßen genossen - die Cholesterinwerte und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, einige Inhaltsstoffe wirkten Zellschäden entgegen und förderten den Muskelaufbau.

Bisherige Annahmen hätten oft nur den reinen Kaloriengehalt der Schokolade berücksichtigt, nicht aber die Wirkung der Inhaltsstoffe, schreiben die Forscher. Jetzt zeige die Studie aber, dass Menschen, die häufiger zu Schokolade greifen, sogar dünner seien. Die positiven Effekte der Schokolade können ihre dickmachende Wirkung bei mäßigem Verzehr demnach sogar übertreffen.

Zwar könne diese Art der Studie einen ursächlichen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Schokoladenkonsum und einem geringeren Körpergewicht nicht belegen, sagen die Forscher. Das Ergebnis sei aber unerwartet und spannend genug, um dies in weiteren, kontrollierten Studien zu untersuchen.

Ernährungsgewohnheiten, Sport und Gesundheit untersucht

Für ihre Studie hatten Golomb und ihre Kollegen 1018 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 85 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und sportlichen Aktivitäten befragt. Alle Teilnehmer wurden gesundheitlich untersucht und ihr Body-Mass-Index (BMI) bestimmt. Der BMI wird errechnet aus dem Körpergewicht geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat. Je niedriger der BMI, desto dünner ist ein Mensch.

Die Forscher fragten alle Teilnehmer danach, wie häufig sie pro Woche Schokolade aßen. Welche Sorte - ob dunkle oder helle - wurde nicht gefragt. Die Spannbreite bei den Antworten reichte von nie bis täglich. Im Durchschnitt gaben die Teilnehmer zudem an, 3,6 Mal pro Woche Sport zu treiben.

Diejenigen, die an mehreren Tagen in der Woche Schokolade aßen, nahmen auch meist mehr Kalorien und gesättigte Fette auf, wie die Forscher berichten. Daraus schließen sie, dass sich die Schokoladenesser nicht anders oder gesünder ernährt haben können als andere. Dennoch war ihr BMI im Durchschnitt niedriger als der von Teilnehmern, die seltener zur Schokolade gegriffen hatten. Interessanterweise spielte es keine Rolle, wie viel Schokolade die Teilnehmer pro Portion aßen: Die Forscher konnten keinen Zusammenhang zwischen der verzehrten Schokoladenmenge und dem BMI feststellen. (dapd)

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Ressort

Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung.

Anzeigenmarkt
Videonachrichten Wissen
Interaktive Grafik

Von der Bohne bis ins Regal: So entsteht Kakao für Schokolade und Getränke.

Interaktive Grafik

Über Nacht sterben europaweit in manchen Bienenstöcken 90 Prozent der Bienen-Bevölkerung.

Schutz der Ozonschicht
Das Nasa-Satellitenfoto dokumentiert die Größe des Ozonlochs über der Arktis im Winter 1999/2000. Je dunkler das Blau, desto dünner die Ozonschicht.

Was ist Ozon? Wofür ist Ozon wichtig? Und wie groß ist derzeit das Ozonloch? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es hier.

Interaktive Grafik

Was läuft schief bei Diabetes, was sind die Symptome - eine Animation erläutert die Hintergründe.

Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Aurora Borealis

Wie eine gigantische Lasershow aus dem Weltall wirken die außerordentlich spektakulären Polarlichter - Bilder und Videos.

Interaktive Grafik

Indonesiens Wälder verschwinden für neue Plantagen - doch Palmöl ist auch für die Gesundheit relevant.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Anzeige
Sonnensturm
Hier ist ein Sonnensturm in weiß in der Mitte unten zu sehen.

Derzeit finden heftige Eruptionen auf der Sonne statt. Das verursacht magnetische Stürme auf der Erde.

Rückblick auf 50 Jahre
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug bei Übungen zum ersten bemannten Weltraumflug. Gagarin umkreiste am 12. April 1961 in der Raumkapsel Wostok als erster Mensch die Erde.

Zum fünfzigsten Jahrestag des ersten Starts der Menschheit ins Weltall hat die russische Raumfahrtagentur ein Video veröffentlicht.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial

Vor vierzig Jahren brachen mutige Männer auf, um einen Menschheitstraum zu erfüllen - die Landung auf dem Mond.