Sneep Köln befragte von August bis Oktober online bundesweit Studenten, 3000 antworteten. Nur 13 Prozent sind mit dem Lehrangebot zufrieden. Ein gutes Drittel wäre bereit, zusätzliche Studienleistungen zu Pflichtvorlesungen in Wirtschaftsethik zu erbringen. Drei Viertel meinen: "Ethische Kenntnisse sind wichtig für mein späteres Berufsleben."
Sneep-Koordinator Dominik Rüede hat dies Ende November der Arbeitsgruppe Bildung & Qualifizierung des CSR-Forums der Bundesregierung präsentiert. "Die AG hat Sneep ermuntert, mehr Druck auf Hochschulen und Hochschullehrer auszuüben, um wirtschaftsethische Studieninhalte in alle relevanten Studiengänge zu integrieren", berichtet die AG-Vorsitzende Birgit Riess, Programmdirektorin bei der Bertelsmann Stiftung.
Da die Studiengänge durch die Bachelor-Umstellung verdichtet würden, fielen "weiche" Themen oft weg, würden aber dringender denn je benötigt. "Die AG hat sich darum unter anderem dafür ausgesprochen, die Bundesregierung möge die ,Principles for Responsible Management Education´ des Global Compact unterstützen." Diese internationalen Leitlinien könnten ein größerer Hebel für die Integration ethischer Prinzipien in die Lehre sein.
Für 2010 erwägt Rüede, die Kultusministerkonferenz (KMK) oder den Verband der Hochschullehrer anzusprechen. Denn im Qualifikationsrahmen der Kultusministerkonferenz zu den Hochschulabschlüssen Bachelor und Master heiße es, die Absolventen hätten die Kompetenz erworben, wissenschaftlich fundierte Urteile beziehungsweise Entscheidungen zu fällen, die "gesellschaftliche, wissenschaftliche und ethische Erkenntnisse berücksichtigen." Dominik Rüede kritisiert: "Wie soll das gelebt werden, wenn Wirtschaftsethik kaum gelehrt wird?"
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