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Experiment mit Labortieren: Neuer Wirkstoff bremst Alzheimer

Bei Labormäusen bremst das Mittel die Entstehung der typischen Eiweiß-Ablagerungen im Hirn um 80 Prozent. Ob daraus ein Medikament wird, entscheidet sich allerdings erst in mehreren Jahren.

Die Mäuse vertragen die zum Teil zehn Monate lange Behandlung problemlos. Außer einer verbesserten Hirnleistung soll sich ihr Verhalten nicht verändert haben (Symbolbild).
Die Mäuse vertragen die zum Teil zehn Monate lange Behandlung problemlos. Außer einer verbesserten Hirnleistung soll sich ihr Verhalten nicht verändert haben (Symbolbild).
Foto: ap

Halle/London. Mit einem neuartigen experimentellen Wirkstoff haben deutsche Forscher erfolgreich Alzheimer-Symptome bei Versuchstieren in Schach gehalten.

Das Mittel bremste die Entstehung der typischen Eiweiß-Ablagerungen im Hirn von Labormäusen um 80 Prozent, wie die beteiligten Wissenschaftler dem Radiosender MDR Info erläuterten. Ob sich aus dem Mittel ein neues Alzheimer-Medikament für Menschen machen lässt, wird sich allerdings erst in mehreren Jahren entscheiden. Die Forscher beschreiben ihre Entdeckung in einer Online-Veröffentlichung des Fachblatts "Nature Medicine".

Die Alzheimer-Krankheit ist eine unheilbare fortschreitende Hirnschwäche, für die bestimmte Eiweißablagerungen in den Hirnzellen verantwortlich gemacht werden, sogenannte Amyloid-Plaques. Die Wissenschaftler um Hans-Ulrich Demuth von der Firma Probiodrug in Halle hatten ein Enzym entdeckt, das besonders giftige derartige Ablagerungen im Hirn von Alzheimer-Tieren entstehen lässt.

Blockierten die Forscher dieses Enzym mit ihrem experimentellen Wirkstoff, entstanden sehr viel weniger dieser speziellen Ablagerungen und deutlich weniger Alzheimer-Plaques allgemein in den Mäusehirnen. Zudem stieg in Verhaltenstests auch die Hirnleistung der Nager. Die Versuchstiere sind speziell gezüchtet, um Alzheimer- Symptome zu entwickeln.

Die Forscher sehen darin einen möglichen neuen Ansatz im Kampf gegen die Alzheimer-Demenz, die in Deutschland Schätzungen zufolge mehr als 600.000 vor allem alte Menschen betrifft. Nebenwirkungen beobachteten sie in ihren Versuchen nicht. Die Labortiere hätten die zum Teil zehn Monate lange Behandlung problemlos vertragen. Außer einer verbesserten Hirnleistung habe sich das Verhalten nicht verändert. (dpa)

Datum:  29 | 9 | 2008
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