Berlin. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin verzeichnet wenige Tage vor Beginn der größten Massenimpfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik wieder einen Anstieg der gemeldeten Schweinegrippe-Fälle. Wie RKI-Präsident Jörg Hacker am Donnerstag in Berlin sagte, wurden in der vergangenen Woche fast 1600 neue Fälle registriert, doppelt so viele wie im Frühherbst, als es 700 bis 800 gab. Bei der bisherigen Spitze Ende/Anfang August habe es 3000 bis 3500 Fälle wöchentlich gegeben.
In über 90 Prozent dieser Influenza-Fälle hätten die Betroffenen das Virus in Deutschland erworben, sagte Hacker. Im Sommer seien die Erkrankungen noch in 80 Prozent der Fälle auf Auslandsaufenthalte zurückgegangen. "Das Virus ist unter uns und verbreitet sich", sagte der RKI-Chef.
Das Bundesgesundheitsministerium ruft deshalb die Bevölkerung auf, sich an der ab Montag (26. Oktober) beginnenden Impfung zu beteiligen. Vor dem Hintergrund dieser Pandemie sagte Staatssekretär Klaus Theo Schröder, es werde "voller Sorge auf die Impfmüdigkeit" der Bürger geblickt. Neuesten Erhebungen zufolge wollten 25 bis 40 Prozent der Bundesbürger das Impfangebot nutzen. Er betonte nochmals, dass die getesteten Impfstoffe sicher seien.
Pro Woche werden Schröder zufolge insgesamt etwa 1,5 bis zwei Millionen Impfdosen an die Bundesländer ausgeliefert. Zunächst würden die wichtigsten Funktionsträger und die Beschäftigten in Krankenhäusern, Arztpraxen und Laboren geimpft, danach die gefährdeten Gruppen, zu der 30 Prozent der Bevölkerung gehörten. Ab Ende November könnten sich alle an anderen Menschen impfen lassen. (dpa)
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