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Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

13. September 2012

Fortpflanzung bei Taufliegen: Nach Sex ist alles anders

Eine Taufliege (Drosophila melanogaster).  Foto: dpa

Sex wirkt auf Taufliegen äußerst eindrucksvoll. Offenbar beeinflusst der Fortpflanzungsprozess nicht nur die Libido und die Fruchtbarkeit - auch Bereiche wie Wasserhaushalt, Immunreaktionen, Ernährungs- und Schlafmuster sind betroffen.

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Sex kann in Taufliegen ganze Kaskaden von Genen einschalten. Wie britische Forscher herausfanden, wirken sich sexuelle Aktivitäten nicht nur auf die Libido und die Fruchtbarkeit aus. Auch andere Bereiche wie Wasserhaushalt, Immunreaktionen, Ernährungs- und Schlafmuster sind betroffen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal Proceedings oft he Royal Society B. Sie gehen davon aus, dass ihre Ergebnisse im Prinzip auch auf andere Tiere und den Menschen übertragen werden können.

"Sex-Peptid" beeinflusst die Weibchen erheblich

„Es hat sich herausgestellt, dass ein Protein in der Samenflüssigkeit ein Hauptregulator ist“, sagt Tracey Chapman von der University of East Anglia. Die Leiterin der Studie nimmt an, dass die Männchen damit „einen direkten und umfassenden Einfluss auf das Verhalten und das reproduktive System der Weibchen haben“. Chapman und ihre Kollegen hatten Genaktivitäten gemessen. Dabei stellten sie fest, dass ein als „Sex-Peptid“ bezeichnetes Protein in der Samenflüssigkeit der Männchen die Ausprägung verschiedenster Gene der weiblichen Taufliege (Drosophila melanogaster) beeinflusst.

Dabei betreffen die Auswirkungen verschiedenste Teile des Körpers und können auch zeitlich erst erheblich nach den sexuellen Aktivitäten auftreten. Außerdem werden bei den Insekten-Weibchen die Wahrnehmung von Nährstoffen und selbst das Sehen verändert. Am Ende beeinflusst das Sex-Peptid sogar die Ablage und Entwicklung der Fliegen-Eier sowie die frühe Embryonalentwicklung der Nachkommen. (wsa)

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