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Studie: Gestillte Kinder werden seltener verhaltensauffällig

Der Brustnahrung werden viele positive Effekte nachgesagt. Jetzt haben Forscher noch weitere Pluspunkte entdeckt.

Stillen soll die Bindung zwischen Mutter und Kind festigen.
Stillen soll die Bindung zwischen Mutter und Kind festigen.
Foto: ddp

Kinder, die mindestens vier Monate lang gestillt werden, sind im Alter von fünf Jahren seltener verhaltensauffällig. Das fanden Wissenschaftler der Universitäten Oxford, London, Essex und York in einer Studie an rund 10 000 Mutter-Kind-Paaren heraus. Das Team unter Leitung der Oxforder Wissenschaftlerin Maria Quigley bewertet ihre Studie als weiteren Beweis für die Vorteile des Stillens. Stillen sei immer wieder mit verschiedenen Vorteilen in Verbindung gebracht worden, zum Beispiel soll es das Brustkrebsrisiko der Mütter senken, gestillte Säuglinge hätten seltener Infekte, seien im späteren Leben weniger übergewichtig und verhaltensauffällig. Auch habe man Still-Babys einen höheren Intelligenzquotienten zugeschrieben. Doch all diese Faktoren seien zum Teil recht widersprüchlich, meint Quigley.

Für ihre im Fachblatt Archives of Disease in Childhood veröffentlichte Studie bezogen die Forscher nun Daten von 10037 Müttern und ihren Kindern ein, darunter 512 Frühchen. Ergebnis: 16 Prozent (530 von insgesamt 3292) der mit Fertigmilch ernährten Babys wiesen als Fünfjährige Verhaltensstörungen auf. Bei den mindestens vier Monate lang gestillten Kindern waren es nur 6,5 Prozent (179 von 2741). Für die Frühchen galt: Je länger sie gestillt worden waren, desto seltener hatten sie später Verhaltensprobleme.

Weil die Mütter der gestillten Kinder allerdings durchweg einen höheren sozialen Hintergrund hatten – sie waren älter, gebildeter, einkommensstärker -, rechneten die Forscher diesen sozioökonomischen Effekt heraus. Trotzdem blieb ein Unterschied: Gestillte Kinder hatten später rund 30 Prozent weniger Verhaltensprobleme. Dabei handelte es sich nicht um normale Quengeleien von Fünfjährigen, betont Quigley, sondern um ungewöhnliche Ängstlichkeit, Unruhe und unsoziales Verhalten in Gruppen.

Über die Gründe können die Forscher bislang nur spekulieren. Quigley: „Wir wissen nicht, ob es an einem fehlenden Inhaltsstoff in Fertigpräparaten liegt oder an der verbesserten Mutter-Kind-Kommunikation beim Stillen oder an den reduzierten Krankheitserfahrungen gestillter Babys. Jedenfalls stellen wir weniger Verhaltensprobleme bei gestillten Kindern fest.“

Autor:  Birgitta vom Lehn
Datum:  10 | 5 | 2011
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