Bei ersten Impfungen vor 2000 Jahren wurden Körperflüssigkeiten oder Hautkrusten von nur leicht infizierten Pockenkranken verwendet.
Edward Jenner gilt als Begründer der aktiven Immunisierung. 1796 immunisierte er einen Jungen mit Kuhpocken gegen die gefährlichen Pocken.
Dass Keime Infektionskrankheiten auslösen, erkannten Louis Pasteur und Robert Koch Ende des 19. Jahrhunderts. Viele Impfstoffe wurden nun gegen Viren und Bakterien entwickelt, so gegen Tollwut (1885) und Typhus (1896).
Intensive Impfprogramme führten 1977 zur weltweiten Ausrottung der Pocken.
Das Aids-Virus ist ein Beispiel für Viren, gegen die sich womöglich kein Impfstoff finden lässt. Nicht nur wandeln sie ständig ihre Oberfläche, sie befallen zudem ausgerechnet Immunzellen. Bis heute gibt es auch keinen guten Impfstoff gegen Tuberkulose, die durch Mycobacterium tuberculosis ausgelöst wird. Allerdings wird ein gentechnisch erzeugter Impfstoff erprobt.
Neu ist der Ansatz, Impfungen auch gegen Krankheiten einzusetzen, die durch fehlgeleitete Prozesse im Körper ausgelöst werden. Beispiel Alzheimer: Hier bilden sich im Gehirn etwa Ablagerungen aus Beta-Amyloid-Eiweiß. Die Idee ist, das Immunsystem so anzuregen, dass es schädliche Ablagerungen im Gehirn wieder entfernt. Eine erste Impfstoff-Studie musste 2001 abgebrochen werden, nachdem drei Teilnehmer gestorben waren. Inzwischen wird ein neuer Impfstoff erprobt.
Gegen Bluthochdruck könnte Ende des Jahres ein Impfstoff vorliegen. Er löst die Bildung von Antikörpern aus, die gegen Angiotensin II gerichtet sind. Das Eiweiß erhöht den Blutdruck.
Nie mehr Insulin spritzen - davon träumen Diabetiker (Typ 1). Bei dieser Form zerstört das Immunsystem Insulin-produzierende Zellen. Ein Impfstoff kann das Immunsystem friedlich stimmen und den Prozess stoppen. Seit zwei Jahren laufen Tests. Ob mit Erfolg, muss sich noch zeigen. Die Krankheit entwickelt sich generell langsam. kal
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