Jena. Der Verzehr von fettreichem Seefisch kann das Darmkrebsrisiko vermindern. Das haben Wissenschaftler der Universität Jena herausgefunden.
Dabei spiele es keine Rolle, ob der Fisch roh, gekocht, geräuchert oder gebraten gegessen werde, teilte der Ernährungswissenschaftler Michael Glei am Donnerstag mit. Schon länger sei bekannt, dass Fisch-Mahlzeiten gesund seien. Bei ihrer Untersuchung anhand von 250 Testpersonen konnten die Forscher nun belegen, dass nach dem Fisch-Verzehr bestimmte Gene verstärkt aktiviert waren, die für die Bildung von Enzymen verantwortlich sind, die vor schädigenden und krebsauslösenden Stoffen schützen.
Bei Testpersonen, die fettreichen Lachs gegessen hatten, sei diese Gen-Aktivierung wesentlich ausgeprägter gewesen als bei denen, die mageren Dorsch verspeist hatten. "Dies unterstützt unsere Annahme, dass die im Fisch enthaltenen Fettsäuren den Aufbau einer vor Krebs schützenden Barriere im Körper fördern", sagte Glei laut Mitteilung. Zusätzlich fanden die Wissenschaftler heraus, dass bei Tumorzellen im frühen Entwicklungsstadium bei Kontakt mit den Stuhlproben der Testpersonen im Reagenzglas eine Hemmung des Zellwachstums einsetzt.
Der krebsvorbeugende Effekt wird vor allem auf den hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren im Fisch zurückgeführt. Die Jenaer Forscher haben seit fünf Jahren innerhalb des EU-Projektes "Seafoodplus" untersucht, wie sich der Verzehr von Seefisch auf das Darmgewebe auswirkt. An dem Projekt waren 70 Partner aus 16 Nationen beteiligt. (dpa)
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