Hoher Blutdruck ist die weltweit größte Gesundheitsgefahr. An seinen Folgen starben allein im Jahr 2010 mehr als neun Millionen Menschen. Rauchen und Alkohol sind die nächstgrößten Risikofaktoren. Alle drei zusammen haben sogar Hunger im Kindesalter als Risiko überholt, wie es in der „Global Burden of Disease Study 2010“ heißt.
Zehn Jahre nach dem ersten Bericht in dieser Form wurde die neue Studie am Donnerstag in London vorgestellt. Sie beruht auf Daten aus 187 Ländern. Unter anderem ist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beteiligt.
Im vergangenen Jahrzehnt ist den Statistiken zufolge Fettleibigkeit zum großen Problem geworden. Lag diese 1990 noch auf Platz 10, ist sie inzwischen auf Platz 6 vorgerutscht. Mehr als drei Millionen Todesfälle des Jahres 2010 werden darauf zurückgeführt. Besonders problematisch ist die Lage in Australien und Lateinamerika. In Südasien gehört Luftverschmutzung durch schädliches Heizmaterial weiterhin zu den größten Risiken.
Deutliche Fortschritte gibt es bei der durchschnittlichen Lebenserwartung Neugeborener. Diese hat sich seit 1970 bei den Männern um 11,1 Jahre auf 67,5 Jahre erhöht. Bei Frauen gab es sogar ein Plus von 12,1 auf 73,3 Jahre. Die höchste Lebenserwartung der Welt hatten im Jahr 2010 Frauen in Japan mit 85,9 Jahren und Männer in Island mit 80 Jahren. Für Deutschland werden für 2010 in den Statistiken 82,8 Jahre für Frauen und 77,5 Jahre für Männer genannt.
Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren sind seit 1970 um 60 Prozent zurückgegangen. Die Forscher stellten aber auch fest, dass mehr junge und mittelalte Erwachsene an Krankheiten und Verletzungen sterben. Die längere Lebenserwartung bringt zudem große Lebensspannen mit Krankheiten mit sich. Bei einem detaillierten Blick wird deutlich, dass die große Lücke bei der Lebenserwartung zwischen reichen und armen Regionen noch genauso groß ist wie vor 40 Jahren.
Auch bei den Krankheiten variierten die Gefahren in den unterschiedlichen Regionen der Welt stark, erklärte Majid Ezzati vom Imperial College London, der an dem Bericht mitgearbeitet hat. „Insgesamt können wir aber eine wachsende Belastung für Risikofaktoren erkennen, die bei Erwachsenen zu chronischen Krankheiten führen, wie Krebs, Herzproblemen und Diabetes.“ Die gute Neuigkeit sei, „dass wir sehr viel tun können, um die Gesundheitsrisiken zu reduzieren“, sagte Ezzati. Im Kampf gegen Bluthochdruck etwa müsse der Salzgehalt von Lebensmitteln gesenkt und der Zugang zu frischem Obst und Gemüse verbessert werden. (dpa)
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