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24. September 2009

Goldschatz entdeckt: Die Angelsachsen lassen grüßen

 Von Peter Nonnenmacher
Ein Hobby-Schatzsucher hat in England den größten Goldschatz aus der Zeit der Angelsachsen entdeckt.Foto: dpa

Ein englischer Hobby-Schatzsucher macht einen sensationellen Fund - 1500 kostbarste Relikte aus Gold und Silber. Archäologen verschlägt der Glücksfall den Atem. Von Peter Nonnenmacher

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London. Seit 18 Jahren fahndet der englische Hobby-Schatzsucher Terry Herbert in seiner Freizeit mit dem Metalldetektor nach vergrabenen Kostbarkeiten. Aber nichts bereitete ihn auf den Fund vor, den er in diesem Sommer machte. Bei Streifzügen über die Äcker eines ihm befreundeten Farmers in der mittelenglischen Grafschaft Staffordshire stieß Herbert im Juli auf Gold und Silber in Hülle und Fülle.

Rund 1.500 Objekte aus der Zeit der Angelsachsen von unschätzbarem Wert förderte sein Metalldetektor zu Tage. Der glückliche Finder und der ahnungslose Farmer dürfen sich auf eine Belohnung von über einer Million Pfund freuen. "Es ist unglaublich", sagte Herbert gestern. "So was zu finden, ist doch der Traum eines jeden Schatzsuchers."

Noch mehr als Herbert freuen sich indes die Experten - Historiker, Archäologen und Museumshüter, die der Fund "geradezu sprachlos" macht. Normalerweise, erklärt Michael Lewis vom Britischen Museum in London, finde man jedes Jahr "nur eine Handvoll Objekte von dieser Qualität" aus angelsächsischen Tagen. Der Umfang dieses Fundes aber sei "nahezu unfassbar".

Waffen vor allem - Schwertknäufe, Heftplatten, Dekorstücke für Schwerter - enthält der Fund aus Mittelengland. Von 5 Kilogramm Gold und 2,5 Kilogramm Silber ist die Rede. Die Objekte sollen aus dem 7. Jahrhundert stammen. Sie werden dem Königreich Mercia zugeordnet: Wiewohl niemand weiß, aus welcher Zeit genau sie stammen, und warum sie alle zusammen an einer Stelle vergraben wurden.

Michael Lewis, vom Britischen Museum, schließt immerhin schon jetzt eine Begräbnisstätte aus. Er hält es für möglich, dass es sich um einen Schatz handelt, der in Vergessenheit geriet, oder an den seine Besitzer nicht wieder heran kamen. Es könne freilich "Jahre oder sogar Jahrzehnte" dauern, bis man eine befriedigende Antwort auf entsprechende Fragen finden werde, glaubt Lewis.

Erstaunlich sei, dass man es hier mit einem reinen Waffenfund zu tun habe, der keine von Frauen verwendeten Objekte wie zum Beispiel Broschen oder Kleiderspangen enthalte, meint Lewis' Kollege Kevin Leahy: "Das sieht mir doch sehr nach einer Sammlung von Trophäen aus."

Der Fund werde "unser Bild des angelsächsischen England radikal verändern", ist Leslie Webster überzeugt, die ebenfalls dem nach Staffordshire entsandten Experten-Team des Britischen Museums angehörte. Man müsse den Fund auf eine Stufe stellen mit kostbaren mittelalterlichen Manuskripten, wie denen des berühmten Book of Kells.

Goldschatz der Angelsachsen

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