Aktuell: Ukraine | Rosetta-Mission | Fernbus-Markt | Fußball-News | Eintracht Frankfurt | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main

Wissen
Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

18. September 2010

Golf von Mexiko: Rätsel um Massen-Fischsterben

Öl schwimmt an der Wasseroberfläche im Golf von Mexiko (Archivbild vom 18.07.2010). Fünf Monate nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» kommt es zu massivem Fischsterben am Mississippi-Delta. 

Fünf Monate nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko gibt ein massives Fischsterben am Mississippi-Delta Rätsel auf. In einem alten Flussarm im US-Staat Louisiana wurde in der vergangenen Woche ein riesiger Teppich toter Meerestiere entdeckt.

Drucken per Mail

Fünf Monate nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko gibt ein massives Fischsterben am Mississippi-Delta Rätsel auf. In einem alten Flussarm im US-Staat Louisiana wurde in der vergangenen Woche ein riesiger Teppich toter Meerestiere entdeckt.

Washington. Fünf Monate nach Beginn der Ölpest im Golf von Mexiko gibt ein massives Fischsterben am Mississippi-Delta Rätsel auf. In einem alten Flussarm im US-Staat Louisiana wurde in der vergangenen Woche ein riesiger Teppich toter Meerestiere entdeckt.

Nach Schätzungen könnten es Hunderttausende sein - unter anderem Flundern, Rotbarsche, Stachelrochen und Forellen. Die Behörden wiegelten aber Befürchtungen ab, die Tiere seien möglicherweise Opfer der Ölkatastrophe.

Sie führen dass massenhafte Verenden auf Zonen mit niedrigem Sauerstoffgehalt zurück, wie sie jährlich in der Region auftreten. Einen Zusammenhang mit der Ölkatastrophe sehen sie nicht. Umweltschützer und Lokalpolitiker jedoch sind skeptisch, sie fordern eine umfassende Untersuchung. Die Gesellschaft «National Geographic» zitierte Experten mit den Worten, dass möglicherweise beides zusammenkomme, die Ölpest die natürlichen Umstände verstärkt und damit verschlimmert habe.

Die Ölpest im Golf von Mexiko
Ölverschmierter Pelikan

Die Bohrinsel Deepwater Horizon explodiert am 20. April 2010 und löst die schwerste Ölpest in der US-Geschichte aus. Bei dem Unglück starben elf Menschen. Bereits zuvor hatte es Probleme mit Sicherheitsventilen gegeben, die verhindern sollten, dass Öl ausströmt. Bis zu 9,5 Millionen Liter Öl sprudelten nach offiziellen Schätzungen täglich ins Meer - bis zur Schließung des Bohrlochs am 15. Juli 2010. Mehr...

Von örtlichen Behörden verbreitete Aufnahmen zeigen im Chaland- Flussarm ein gigantisches Feld, das von weitem wie gepflastert aussieht. Leblose Tiere schwimmen dicht an dicht mit der glänzenden Unterseite nach oben auf dem Wasser - fast so weit das Auge reicht. Zuvor seien bereits in der nahe gelegenen Barataria Bay massenhaft tote Seesterne entdeckt worden, berichtete der Sender CBS. Am vergangenen Montag schwamm ein junger Wal leblos nahe Venice (Louisiana) im Wasser.

Nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» am 20. April waren nach Schätzungen rund 660.000 Tonnen Rohöl ins Wasser geflossen, bevor das Leck Mitte Juli provisorisch abgedichtet werden konnte. Umweltschützer fürchten Langzeitfolgen für das Meeresleben - unter anderem durch Sauerstoffmangel, verursacht von den unzähligen ölfressenden Mikroben.

Nach Angaben von Olivia Watkins von der Fischereibehörde ist das Fischsterben tatsächlich auf einen geringen Sauerstoffgehalt zurückzuführen - verursacht durch einen niedrigen Wasserstand und hohe Temperaturen. Der Flussarm sei in Ebbe-Zeiten vom Golf von Mexiko abgeschnitten, die Fische würden eingeschlossen und erstickten, zitierten Medien Watkins.

Auch der Landrat von Plaquemines Parish, Billy Nungesser, erklärte, dass ein großes Fischsterben um diese Zeit nicht unüblich sei. Dieses Mal sei es jedoch extrem. Zudem seien viele Arten betroffen - statt wie sonst zwei bis drei. (dpa)

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Ressort

Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung.

Anzeigenmarkt
Videonachrichten Wissen
Interaktive Grafik

Von der Bohne bis ins Regal: So entsteht Kakao für Schokolade und Getränke.

Interaktive Grafik

Über Nacht sterben europaweit in manchen Bienenstöcken 90 Prozent der Bienen-Bevölkerung.

Schutz der Ozonschicht
Das Nasa-Satellitenfoto dokumentiert die Größe des Ozonlochs über der Arktis im Winter 1999/2000. Je dunkler das Blau, desto dünner die Ozonschicht.

Was ist Ozon? Wofür ist Ozon wichtig? Und wie groß ist derzeit das Ozonloch? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es hier.

Interaktive Grafik

Was läuft schief bei Diabetes, was sind die Symptome - eine Animation erläutert die Hintergründe.

Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Aurora Borealis

Wie eine gigantische Lasershow aus dem Weltall wirken die außerordentlich spektakulären Polarlichter - Bilder und Videos.

Interaktive Grafik

Indonesiens Wälder verschwinden für neue Plantagen - doch Palmöl ist auch für die Gesundheit relevant.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Anzeige
Sonnensturm
Hier ist ein Sonnensturm in weiß in der Mitte unten zu sehen.

Derzeit finden heftige Eruptionen auf der Sonne statt. Das verursacht magnetische Stürme auf der Erde.

Rückblick auf 50 Jahre
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug bei Übungen zum ersten bemannten Weltraumflug. Gagarin umkreiste am 12. April 1961 in der Raumkapsel Wostok als erster Mensch die Erde.

Zum fünfzigsten Jahrestag des ersten Starts der Menschheit ins Weltall hat die russische Raumfahrtagentur ein Video veröffentlicht.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial

Vor vierzig Jahren brachen mutige Männer auf, um einen Menschheitstraum zu erfüllen - die Landung auf dem Mond.