Grippeviren werden oft durch das Einatmen virushaltiger Tröpfchen übertragen. Wie die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen die Ansteckungsgefahr beeinflusst, haben amerikanische Forscher untersucht. Ihr Ergebnis: Trockene Luft sorgt für ein hohes Infektionsrisiko. Sie verhindert, dass Viren schnell unwirksam werden. Dagegen waren bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 42 Prozent nach einer Stunde nur noch 20 Prozent der Viren infektiös. Ausreichende Luftfeuchtigkeit in Arztpraxen könnte die Gefahr einer Ansteckung verringern, erklären die Forscher im Fachblatt Plos One.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die stärkste schützende Wirkung einer erhöhten Luftfeuchtigkeit bereits in den ersten 15 Minuten eintritt, nachdem die Viren durch Husten in die Luft gelangt sind“, schreiben John Noti und Kollegen vom National Institute for Occupational Safety and Health in Morgantown. Auch die Größe der beim Husten erzeugten Aerosoltröpfchen spielte eine Rolle: Viren in kleineren Tröpfchen blieben länger infektiös als solche in größeren.
1. Wer soll sich impfen lassen? (1/4)
Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt folgenden Risikogruppen eine Grippe-Impfung: Menschen, die über 60 Jahre alt sind. Kinder und Erwachsene, die an chronischen Krankheiten leiden, zum Beispiel an Asthma, an chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Bewohner von Alten- und Pflegeheimen wird der Pieks empfohlen. Ältere und chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich den Grippeschutz vorher holen.
Foto: dpaAttrappe hustet in den Raum
Für ihre Studie simulierten die Forscher die Situation im Untersuchungszimmer mit Ärzten, medizinischem Personal und Grippepatienten. Im Abstand von zwei Metern waren zwei menschliche Attrappen aufgebaut. Die eine pustete fünfmal im Minutenabstand eine Suspension von Influenzaviren in die Luft. Die andere Attrappe saugte Luft ein und simulierte Arzt und medizinisches Personal. An verschiedenen Stellen des Raums gesammelte Luftproben trennten die Wissenschaftler nach Partikelgrößen auf und ermittelten jeweils den Gesamtgehalt an Viren sowie den Anteil noch infektiöser Viren.
Blieb die Luftfeuchtigkeit unter 24 Prozent, sank die Infektiosität der Viren nur wenig und betrug nach einer Stunde noch zwischen 70 und 77 Prozent. Stieg die Feuchtigkeit über 42 Prozent, war bereits nach 15 Minuten ein großer Teil der Viren inaktiviert. Nach einer Stunde lag die Infektiosität nur noch bei 14 bis 22 Prozent. (wsa)
Hände waschen
Unsere Hände kommen häufigsten mit Viren in Berührung. Regelmäßiges Händewaschen ist deshalb wichtig. Nach jedem Gang auf die Toilette und wenn man etwas isst oder zubereitet. Hat die Erkältung einen schon erwischt, ist es sinnvoll, die Finger auch nach dem Naseputzen zu waschen.
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