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Hochschulpakt: Hochschulen wollen sich für Ansturm rüsten

Wegen dem Aussetzen der Wehrpflicht rechnen die Hochschulen in Hessen mit mehr Erstsemstern als sonst. Mit vorgezogenen Auszahlungen des Hochschulpaktes 2020 wollen sie sich auf Ansturm vorbereiten.

Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht werden in Hessen jährlich 3000 Studierende mehr erwartet.
Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht werden in Hessen jährlich 3000 Studierende mehr erwartet.
Foto: dpa
Wiesbaden –  

Das Land Hessen will seine Hochschulen mit vorgezogenen Zahlungen gegen den erwarteten Ansturm von Studierenden nach dem Aussetzen der Wehrpflicht rüsten. „Wir setzen uns für eine vorzeitige Auszahlung des Hochschulpaktes 2020 ein“, sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Donnerstag in der Aktuellen Stunde des Wiesbadener Landtags. Zugleich wies die Ministerin den Vorwurf der Opposition zurück, das Land begrenze mit Mittelkürzungen die Studienmöglichkeiten.
Hessen habe derzeit den zweithöchsten Haushalt im Bereich Wissenschaft und Hochschulen in der Landesgeschichte. Mit dem Aussetzen der Wehrpflicht werde zudem in den kommenden fünf Jahren lediglich „eine komprimierte Nachfrage“ von 3000 Studierenden mehr zu erwarten sein, argumentierte die Ministerin.

Opposition übt Kritik

Die Opposition übte dagegen scharfe Kritik: „Sie zwingen die Unis dazu, mit weniger Mitteln mehr Studierende auszubilden“, erinnerte Linksfraktionschefin Janine Wissler an die Kürzung des hessischen Hochschulpaktes um 300 Millionen Euro. Wer den Hochschulen „ein solches Spardiktat aufzwingt“, handele verantwortungslos, sagte Wissler und forderte eine Rücknahme der Kürzungen. „Hier wird nur noch verwaltet und nicht gestaltet“, kritisierte auch SPD-Hochschulexperte Gernot Grumbach. Wer bei steigenden Studierendenzahlen die Hochschulen nicht besser ausstatte, disqualifiziere die Ausbildung. Der Regierung warf er vor, die Axt an die Qualität der Ausbildung an hessischen Hochschulen zu legen.
Davor warnte auch Grünen-Hochschulexpertin Sarah Sorge: Die Hochschulen seien jetzt schon überrannt und unterfinanziert, mit Kreativität allein lasse sich das nicht lösen. Schon jetzt habe die Zahl der Studierenden in Hessen mit 196.000 einen neuen Höchststand erreicht. Einer Studie zufolge könnten 2015 fast doppelt so viele Plätze an Hochschulen erforderlich sein wie durch den Hochschulpakt 2020 verabredet. Bund und Land müssten den zusätzlichen Bedarf „auskömmlich finanzieren“, sonst drohten erhebliche Qualitätsverschlechterungen, warnte sie. Die Grünen hatten die Aktuelle Stunde unter dem Motto „Studieren statt Marschieren“ auf die Tagesordnung des Landtags gesetzt. (dapd)

Datum:  16 | 12 | 2010
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