Was österreichische Studenten können, können deutsche schon lang. Quatsch, keine falsche Konkurrenz. Tatsache ist: Nach einzelnen Aktionen haben Studierende von Hamburg bis München ihre Proteste ausgeweitet und besetzen nun eine Hochschule nach der anderen, in Bochum ebenso wie in Bielefeld und Berlin. Zu jeweils Hunderten haben sie inzwischen an rund 20 Hochschulen im Land Hörsäle in Beschlag genommen. Ihr Ziel: Möglichst viel Aufmerksamkeit fokussieren auf den bundesweiten Protesttag am 17. November.
Wie bei den Demos im Sommer fordern sie etwa von den Ländern ein generelles Nein zu Studiengebühren und Nachbesserungen an den neuen Studiengängen Bachelor und Master. Nach Aussagen der Koordinatoren sind die Proteste bislang friedlich verlaufen: An den Unis in Tübingen und Münster mussten die Demonstranten allerdings bereits das Feld räumen, nachdem die Uni-Leitung die Polizei alarmiert hatte.
Andernorts wurde mit der Hochschulleitung "hart verhandelt", sagt etwa einer der Organisatoren der Audimax-Besetzung an der Berliner Humboldt-Uni. Bis tief in die Nacht hätten sie hier mit der Leitung um einen Kompromiss gerungen, während "100 Polizisten" das Gebäude umstellt hätten. Die Studierenden hätten sich dann mit der Leitung darauf verständigt, dass große Vorlesungen, für die keine Ausweichplätze zur Verfügung stehen, weiter im Audimax abgehalten werden können. Von Tag zu Tag werde nun neu verhandelt. Anders an der FU: Ausgerechnet der eher als dominant geltende Präsident Dieter Lenzen duldete die Belagerung bis kommenden Mittwoch. Möglicherweise, um studentische Gemüter zu besänftigen: Weil sich einige Studenten nicht mit dem Unioberhaupt identifizieren können, fordern sie mit der Initiative "Lenzen - not my president" seit einiger Zeit dessen Rücktritt. Möglicherweise kommt der schneller als gedacht: Wie die taz berichtete, könnte Lenzen möglicherweise bald die Nachfolge der umstrittenen Ex-Präsidentin der Hamburger Uni, Monika Auweter-Kurtz, antreten.
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