Ökolandbau-Forscher Urs Niggli weist im Interview mit der Frankfurter Rundschau die Kritik an organisch produzierten Lebensmitteln zurück, fordert dafür aber höhere Qualität.
Sieht lecker aus - aber schmeckt's auch so?
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Sieht lecker aus - aber schmeckt's auch so?
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Herr Niggli, schon wieder taucht eine Studie - diesmal der Stiftung Warentest - Biolebensmittel in ein schlechtes Licht...
Ich finde die Warentest-Studie eigentlich recht ausgewogen.
Die Medien meldeten unisono: "Biolebensmittel sind nicht gesünder." Erzählen Sie mir doch nicht, dass Sie das freut!
Nein, es freut mich nicht, die Verwertung durch die Medien ist extrem verkürzt. Aber prinzipiell gilt, dass der Ökolandbau ja nie behauptet hat, dass es bei den Hauptnährstoffen Unterschiede zwischen Öko- und konventionell hergestellten Lebensmitteln gibt. Eine Landwirtschaft, die mit Kunstdünger Getreide antreibt, erzielt natürlich höhere Eiweiß-Gehalte. Es ist aber bewundernswert, wenn der Ökolandbau ohne Kunstdüngung - durch sehr gutes Management der Kulturen und gute Ausnutzung der Bodenfruchtbarkeit - eine vergleichbare Qualität erreicht. Was mich ein bisschen ärgert, ist, dass auch die Stiftung Warentest jene Punkte, bei denen sich Biolebensmittel positiv abheben, als nicht besonders relevant abtut.
Die dreistesten Mogelpackungen
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Die dreistesten Mogelpackungen
Neuer Inhalt: 225 Gramm. Haben's Sie den Original-Werther's-Zahlendreher bemerkt? Glückwunsch!
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Platz 2: Eine hohe Verpackung mit 400 Gramm Bärenmarke-Milch. Sieht doch viel aus, oder?
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Jedenfalls macht die neue Variante mehr her als dieses frühere Layout. Nur, dass hier noch 500 Gramm reinpassten. Ergibt eine Preiserhöhung von 19 Prozent.
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Platz 3: Schwartau bekommt den Sonderpreis für die aktive Förderung des Dreisatzes. Früher sind zehn Corny-Riegel mit jeweils 25 Gramm zu multiplizieren - ergibt zusammen 250 Gramm.
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Nun lautet die Aufgabe: sechsmal 20 Gramm, ergibt 120 Gramm. Wie hoch also fällt die versteckte Preiserhöhung aus? Wir kommen auf stolze 34 Prozent.
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Platz 4: Auch Discounter schlagen zu. Gleiches Verpackungslayout bei Lidls Fix-Nudeln, aber eine entscheidende Ziffer ist anders.
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30 statt 50 Gramm - macht einen Aufschlag von 66,7 Prozent.
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Platz 5: Auf der alten Verpackungen von Milupa-Milchbrei lesen Sie unten links groß geschrieben: 300 Gramm.
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Auf der neuen Verpackung steht dort - nichts. Wer auf der Seite nachliest, sieht dort die Angabe 250 Gramm.
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Platz 6: Auch Kleinvieh macht Mist. Früher füllte ein Twix-Schokoriegel den Magen mit 60 Gramm.
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Ebenfalls Platz 6: Den gleichen Platz schafft Snickers. Statt der 60 Gramm...
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...essen wir nun 57 Gramm mit vielen Kalorien.
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Platz 8: Da bleibt Ihnen gleich das Knäckebrot im Hals stecken. Hier die bisherige Verpackung mit 275 Gramm.
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Und hier die fast identische neue Variante mit 205 Gramm. Preiserhöhung: 34 Prozent.
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Platz 9: Falls Sie auf Ihrem teuren Knäckebrot Frischkäse mögen, wird die Überraschung für Ihren Geldbeutel doppelt schön. In der eckigen Verpackung steckten 200 Gramm.
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In der runten sind's noch 175 Gramm. Ergibt Sondereinnahmen für den Lebensmittelriesen Kraft Foods von 14,3 Prozent.
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Die weiteren Plätze zeichnen sich dadurch aus, dass die Verpackung ziemlich gleich bleibt, nur abgesehen von der Gewichtsangabe. Aus 54 wird...
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bei Alldays-Binden dann die 50.
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Bei den Babylove-Pflegetüchern der Drogerie dm reihten sich einst 100 Tücher schön Tuch an Tuch.
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Ein alter Vorratspack mit 1,8 Kilogramm Spülmaschinen-Tabs.
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In der aktuellen Variante sind noch 1,5 Kilogramm drin.
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CD-Seife, früher 150 Gramm.
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Nun sind es 125 Gramm. Preiserhöhung aus dem Hause Lornamead: 20 Prozent.
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Säuglingsnahrung von Hipp: Aus 600 Gramm...
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Früher reichte eine Pampers-Packung für 44 Geschäfte.
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Nun ist nach dem 40. Wechsel Schluss. Da hilft nur eins: schneller trocken werden.
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Da fiele es auch weniger ins Gewicht, dass in einer Verpackung Penaten-Pflegetücher statt 64...
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... nur noch 56 Tücher stecken.
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Die Mogelpackungen treffen nicht nur Eltern - auch Liebhaber von Pflaumenmus. Vorher: 225 Gramm.
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Nachher: 200 Gramm. Aufschlag für den Hersteller Zentis: 12,5 Prozent.
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Nochmal ein Blick auf den Frühstückstisch: einst 750 Gramm in einer schlanken Packung.
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Nun 725 Gramm in einer wuchtig wirkenden Schachtel.
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In seltenen Fällen plagt die Hersteller aber offenbar ein schlechtes Gewissen. In der früheren Variante mit 54 Stück prangte auf der Persil-Megaperls-Kiste noch der Hinweis "Vorratspack".
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Immerhin der ist auf der neuen 50er-Packung verschwunden. -
Übrigens:Nicht nur an der Verpackung wird gemogelt, auch beim Inhalt. Sehen Sie selbst: Die dreistesten Mogel-Lebensmittel.
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Gleicher Ladenpreis, fast gleiche Verpackung, weniger Inhalt - das ist das Prinzip der Mogelpackungen. Wir stellen unsere Hitliste vor.
Platz 1: Elegante Masche - der Hersteller fordert selbst jene heraus, die genau hinschauen und die Gewichtsangaben nachlesen. Früherer Inhalt: 255 Gramm.
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Die dreistesten Mogel-Lebensmittel
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Die dreistesten Mogel-Lebensmittel
Glaubt man dem Hersteller Nestlé, bieten Fitness Fruits eine "leichte" und "ausgewogene" Ernährung, die zur "Wunschfigur" verhilft. Tatsächlich bestehen die Frühstücksflocken zu einem Drittel aus Zucker und machen auf Dauer eher dick als fit.
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Die Firma "Deutsche Sisi-Werke" lässt nichts unversucht, um ihr zuckersüßes Getränk "Capri Sonne" an die jungen Konsumenten zu bringen. Sie ließ zum Beispiel Unterrichtsmaterialien über Ernährung und Bewegung an Schulen verteilen. Außerdem organisierte sie in den Jahren 2007 bis 2009 Feriencamps auf Lanzarote, wo die Kinder nach Recherchen von Foodwatch ständig von Werbung für "Capri Sonne" umgeben waren und sogar selbst als Werbeträger für das aromatisierte Kindergetränk missbraucht wurden.
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Laut Danone ist Actimel ein besonderer Joghurt-Drink, der das Immun-System "aktiviert" und "wetterfest" macht. Tatsächlich "aktiviert" Actimel das Immunsystem nicht mehr als herkömmliche Naturjoghurts, ist aber viermal so teuer und enthält doppelt so viel Zucker. Wissenschaftliche Belege für den Schutz vor Erkältungen gibt es nicht.
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Der Gelbe Zitrone Physalis von Pfanner präsentiert sich als perfekter Wellness-Drink: mit leuchtenden Physalis auf der Packung und dem hochwertigen gelben Tee im Namen. In Wirklichkeit enthält der Drink so wenig von der köstlichen Frucht, dass sie noch nicht einmal als Inhaltsstoff deklariert werden muss, und der gelbe Tee macht gerade mal 15 Prozent der Flüssigkeit aus. Der Rest sind viele Aromastoff und insgesamt 44 Stücke Würfelzucker auf zwei Liter.
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"Enthält Schokolade mit 75 Prozent Kakao" verspricht Dr. Oetker auf seinem Schoko-Pudding Pur Crema Choc. Das ist nicht gelogen. Nur leider enthält das Dessert insgesamt nur 2,5 Prozent Schokolade - was einem Kakaoanteil von ganzen 1,875 Prozent.
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Das Bertolli Pesto Verde von Unilever nach "original italienischer Rezeptur" enthält angeblich nur "beste Zutaten" wie "feinstes Bertolli Olivenöl" und Pinienkerne. Tatsächlich ist nur ein Fingerhut Olivenöl drin und kaukm Pinienkerne. Stattdessen werden vor allem Billigzutaten wie "pflanzliches Öl", Cashewnüsse und Aromastoffe eingesetzt.
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Lecker sieht er aus, der Philadelphia alla Pesto verde & Tomate, mit den frischen Zutaten auf der Verpackung und dem Versprechen von "sonnengereiften Tomaten". Die sind tatsächlich drin - genau 0,4 Prozent der Frischkäsezubereitung machen sie aus. Statt Pesto enthält das Produkt aus dem Hause Kraft eine Basilikum-Schmelzkäse-Mischung - und jede Menge Zusatzstoffe.
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"Schmeckt leicht, belastet nicht" bewirbt Ferroro seine Milchschnitte - und drückt die "ideale" Zwischenmahlzeit gerne werbewirksam prominenten Sportlern in die Hand. In Wahrheit besteht das Schnittchen zu 60 Prozent aus Fett und Zucker - und haut damit mehr rein als manche Schoko-Sahnetorte.
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Rama Cremefine will mit 11 Prozent weniger Fett als herkömmliche Schlagsahne ein Produkt für die "leichte Küche" sein. Dabei enthält das künstliche Lebensmittel viele gesättigte Fettsäuren - "schlechtes Fett" wie Rama selbst es nennt. Und kostet dabei noch doppelt so viel wie normale Schlagsahne.
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Wasabi Erdnüsse von The Lorenz Bahlsen Snack-World. Was fehlt: Wasabi (japanischer Meerrettich). Als Ersatz werden minderwertige Zutaten für den Geschmack verwendet - etwa Spirulina-Konzentrat (Algenkonzentrat), Aroma, Geschmacksverstärker und Farbstoff.
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Bei den Mini Keks Bolden "Schoko" (Hersteller: Biscuits Delacre) vermissen wir die Schokoladenfüllung im Keks. Stattdessen müssen wir billigen Ersatz essen - Kakaocremefüllung mit Schokoladenimitat, unter anderem aus fettarmem Kakaopulver (3,7%), Zucker und gehärtetem Pflanzenfett hergestellt (Verpackung von 2009).
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Beim Combi Weiß in Salzlake, 50 Prozent Fett, (Hersteller: Efe Firat Feinkost) fehlt echter Schafskäse aus Schafsmilch. Stattdessen findet sich in der Dose billiger Ersatz durch Analogkäse, der wie Schafskäse aussieht. Er enthält billiges Pflanzenfett statt Milchfett und Magermilch aus Kuhmilch statt Schafsmilch. Restaurants und Imbissbuden verwenden dieses Käseimitat gerne - und verkaufen es als Schafskäse.
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Bei der Surimi-Garnele (loser Verkauf) handelt es sich um gepresstes Fischeiweiß in Garnelenform. Es gibt täuschend echte Garnelenimitate, in denen Fischeiweiß steckt, das nicht anders verwertbar ist. Zudem Geschmacksverstärker, Aromen, Farbstoffe und Hühnereiweiß. Guten Appetit!
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Hier zum Vergleich eine echte Garnele. Das Imitat wird immer wieder in Imbissen als "Surimi Garnele, gefangen" bezeichnet, was den Eindruck erwecken soll, es handele sich um echte Garnelen.
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Der Meeresfrüchte Cocktail mit Krebsfleischimitat (Einkauf bei Kaufhof). Für 40 Euro das Kilo erwarten wir 100 Prozent Meeresfrüchte wie Muscheln, Garnelen oder Tintenfische. Stattdessen wird das Produkt mit billigem Surimi (Krebsfleischimitat aus Fischmuskeleiweiß) gestreckt.
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Beim Du darfst Putensalat mit Joghurtdressing (Hersteller: Unilever Deutschland) bekommen wir nicht etwa 100 Prozent Putenfleisch. Stattdessen serviert uns der Hersteller zusammengefügte Fleischreste. Zum gewachsenem Putenfleisch kommen Form-Putenfleisch und das noch billigere Form-Hähnchenfleisch.
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Im Fol Epi Nuss von Fromageries Rambol gibt es statt 100 Prozent Käse billigen Schmelzkäse. Die sogenannte Schmelzkäsezubereitung besteht nur zu 65 Prozent aus Käse, ist mit Zusatzstoffen wie Schmelzsalzen (E452, E339: Phosphate) und Aromen versetzt - was bei Käse nicht erlaubt ist. Die Scheiben aus Schmelzkäse sind leicht mit echtem Schnittkäse verwechselbar.
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Im Mucci Vanilleeis (Aldi Nord) muss der Verbraucher echte Vanille und 100 Prozent Milchfett vermissen. Stattdessen billiger Ersatz durch überwiegend synthetisches Vanillin und Kokosfett, wie die Stiftung Warentest ermittelt hat.
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Die Hähnchenschnitten Wiener Art von Vossko-Tiefkühlkost enthalten keine Hähnchenschnitzel aus einem Stück gewachsenem Fleisch. Stattdessen wird billiger Ersatz durch Verschnitt von kleinen Stücken aus Hähnchen- und Putenfleisch verkauft.
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Wer bei den Bio-Vollkorn-Toastbrötchen (Hersteller: Proback, Aldi Nord) denkt, hier handelt es sich um Vollkorntoast-Brötchen aus Vollkornmehl, irrt. Statt 90 Prozent Vollkornmehl im Mehlanteil wie in den Leitsätzen für Brot und Kleingebäck verlangt sind im Produkt nur 60 Prozent enthalten. Gestreckt wird mit Weizenmehl, gefärbt mit Gerstenmalzsirup.
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Was liegt auf Ihrem Teller - Original oder Fälschung? Das ist, wie hier bei Garnelen, nicht immer leicht zu erkennen. Lebensmittelkonzerne nutzen das aus. Sehen Sie die größten Mogel-Lebensmittel - zusammengestellt von der Verbraucherzentrale Hamburg und von Foodwatch.
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Gleicher Preis, weniger drin: neue Mogelpackungen
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Gleicher Preis, weniger drin: neue Mogelpackungen
Bei Mogelpackungen ist die Lösung einfach: Immer nach jenen Zahlen schauen, die die Füllmenge angeben. Die aktuelle Tüte des Hundefutters "Frolic Unterwegs" zeigt 180 Gramm.
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Und so sah die Angabe vorher aus: 200 Gramm. Ergibt beim gleich gebliebenen Preis einen Aufschlag von elf Prozent.
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Also nochmal zur Übung. Zwei Tüten mit Hundefutter (diesmal Frolic Rodeo mit Rind), die fast gleich aussehen. Den Blick nach unten...
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... und Sie erkennen die Differenz. Sie ist 35 Gramm groß. Preiserhöhung: 50 Prozent.
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Das Prinzip funktioniert, wie bei "Always Slipeinlagen", auch mit Stückzahlen. Aus 32...
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wird mal schnell 28. Damit schlägt der Hersteller Procter & Gamble bei gleichem Verkaufspreis versteckt um 14,3 Prozent auf.
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Solche Tricks sind zum Pickel-bekommen. Clerasil Ultra verspricht Abhilfe. Früher mit 30 Milliliter pro Tube.
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Jetzt sind noch 15 Milliliter drin.
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Wer nicht die Original-Tinte verwendet, spart. Oder? 20 Milliliter der kostbaren Flüssigkeit steckten mal in dieser Patrone.
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Jetzt sind es noch zehn Milliliter - damit ist die Alternative um 100 Prozent teurer als zuvor.
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Spar- oder Familienpack - was denken Sie, welcher Frico-Käse der günstigere ist?
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Im alten Familienpack waren 400 Gramm, im neuen - so genanannten - Sparpack sind bei gleichem Preis nur noch 375 Gramm. Ein Aufschlag um 6,7 Prozent.
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Eine Fisch-Schlemmerei mit angepriesenem neuen Rezept - auch das kann überraschen. Unten im Bild hervorgehoben der Anteil des in der Herstellung teuren Fisch-Filet-Anteils: 52 Prozent.
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Vorher waren's 70 Prozent. Auch wenn das Füllgewicht gleich bleibt, der Hersteller Iglo macht damit das Filet um 34,6 Prozent teurer (bezogen auf den verringerten Fischanteil).
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Früher war der Deckel von Homanns fruchtigem Käsesalat weniger blau. Dafür verbargen sich drunter 200 Gramm Essen.
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Mit dem zusätzlichen Blau gingen 50 der 200 Gramm verloren. Eine versteckte Preiserhöhung um 33,3 Prozent.
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Auch kleine Differenzen summieren sich zu beachtlichen Aufschlägen. 2,25 Gramm im neuen Teebeutel von Milford.
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Vorher waren's drei Gramm - das bedeutet eine Preiserhöhung von 33,3 Prozent.
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Nochmal eine kleine Zahl: 26 Gramm Milky Way -
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jetzt sind's noch 21,9 Gramm. Der prozentuale Preiseffekt: plus 18,7.
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Was schätzen Sie: Wo ist mehr drin?
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Die rechte, neue Packung kommt zwar wuchtiger daher - aber es sind 40 Millilieter weniger Dessertsoße drin.
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Versteckte Preiserhöhung auch bei Schleckers AS Glaskeramik-Reiniger.
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Aus 250 werden 225 Milliliter - elf Prozent teurer bei gleichem Verkaufspreis.
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Maggis Hühnersuppe wollte bisher vier Kinder mit Tierfiguren erfreuen.
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Da waren's nur noch drei.
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Trösten Sie sich nun bloß nicht mit Zuckerstreusel: Einst legte Schwartau 160 Gramm in den Behälter.
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Jetzt nur noch 115 Gramm - ein Preisplus von 28,7 Prozent. Schwartau war schon früher auffällig mit Packungstricks - wie Sie in unserer ersten Mogel-Fotostrecke sehen können.
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Sie kennen das Prinzip aus der Rätselzeitschrift: Wo ist der Unterschied zwischen der linken und rechten Variante?
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Bei den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen punkten Biolebensmittel. Sekundäre Pflanzenstoffe wie Polyphenole und Carotinoide werden von den Pflanzen gebildet, um sich gegen Krankheitserreger zu verteidigen. Ihnen werden positive Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben. Die Stiftung Warentest bestreitet zwar den Vorteil der Biolebensmittel in diesem Punkt nicht, aber sie tut ihn als nicht relevant ab. Dabei hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bereits 1996 festgestellt, dass sekundäre Pflanzenstoffe in der Nahrung dazu beitragen, das Krankheitsrisiko bezüglich vieler Erkrankungen zu senken.
Mich wundert, dass Sie nicht als erstes die Pestizide erwähnen.
So viel zur medialen Verdrehung, Bio sei angeblich nicht gesünder: Während die konventionelle Landwirtschaft in der Europäischen Union 400 chemische Substanzen spritzt und den Lebensmitteln mehr als 300 Zusatzstoffe zugibt, verzichtet der Biolandbau mit einer Ausnahme auf chemisch-synthetische Substanzen. Es gibt auch keine Routineanwendung von Medikamenten. Das Ergebnis können wir jetzt wieder einmal nachlesen: Die Stiftung Warentest bescheinigt 75 Prozent der Biolebensmitteln, frei von Pestiziden zu sein. Und dabei haben Bioprodukte mindestens die gleiche Qualität und die gleiche Sicherheit in Bezug auf Keime - auch das bestätigt die aktuelle Studie. Statt das herauszustellen, reitet die Studie penetrant darauf herum, dass einige Biorapsöle nicht so gut schmecken und Biobabybrei weniger Vitamin C hat als wünschenswert wäre.
Nur 16 Prozent der konventionellen Lebensmittel waren pestizidfrei. Allerdings lagen 91 Prozent der belasteten Waren unter den gesetzlichen Höchstgehalten... alles okay also?
Nein, überhaupt nicht. Ich wehre mich gegen die ständige Verharmlosung der Risiken von chemischen Substanzen in der Umwelt und in der Ernährung.
Meeresbiologen warnen uns vor den Auswirkungen der oft hormonähnlich wirkenden Pestizide auf die Nahrungsketten der Fische im Meer. Und was mögliche Gesundheitsrisiken angeht: Es gab in der Vergangenheit immer wieder Substanzen, die nachträglich vom Markt genommen werden mussten. Das wird auch in Zukunft passieren, denn Wissenschaft und Behörden beurteilen Substanzen aufgrund des momentanen, meist noch unvollständigen Wissens.
Die Warentest-Studie ist die zweite innerhalb eines Jahres, die versucht, Meinung zu machen. Wie erklären Sie sich diesen Eifer der Ökogegner?
Das Bio-Bashing hat sicher mit dem Erfolg des Ökolandbaus zu tun. Auch damit, dass dessen Vertreter gerne als Musterknaben auftreten. Das fordert natürlich Widerspruch heraus. Zwar arbeitet die ganze Landwirtschaft mit heilen Bauernhofidyllen, aber es macht am meisten Spaß, den Ökolandbau zu entlarven. Zuletzt hat das der US-Forscher Joseph Rosen versucht, der allerdings, ohne neue Daten beizubringen, bloß längst Bekanntes polemisch interpretiert.
Rosen hat auch die europäische QLIF-Studie kritisiert, an der Sie beteiligt waren: Hat er Recht?
Das EU-Projekt hat zahlreiche Facetten der Qualität untersucht - auch, was die Verbraucher von Bioprodukten erwarten und wie die Qualität auf dem Acker, in der Tierhaltung und bei der Verarbeitung weiter gesteigert werden kann. Rosen hat vor allem kritisiert, dass manche unserer Ergebnisse noch nicht von unabhängigen Forschern geprüft wurden. Bisher sind knapp 90 Beiträge in wissenschaftlichen Journalen mit externer Begutachtung durch andere Wissenschaftler erschienen. Publiziert sind auch die Ergebnisse unserer Milchstudie: Dank der artgerechten Fütterung ist Biomilch für die Ernährung deutlich besser. Noch nicht von unabhängigen Forschern geprüft wurden die Ergebnisse der Qualitätsuntersuchungen an pflanzlichen Lebensmitteln sowie der Fütterungsversuche mit Tieren. Doch bis Ende des Jahres sollten die Daten hochkarätig veröffentlicht sein. Dann wird sich an der Kritikerfront hoffentlich vieles beruhigen.
Ist das nicht zu optimistisch?
Die Ökoforschenden müssen so oder so mehr in anerkannten Zeitschriften publizieren. Ich nehme mich da selber an der Nase: Statt an den üblichen Tagungen teilzunehmen, haben wir zahlreiche nationale, europäische und internationale Konferenzen unter Bioforschenden organisiert. Sich abzugrenzen, fördert die Kritik, und das wollen wir ändern. Gerade im Zusammenhang mit der Zukunft der Landwirtschaft wie Klimawandel, Erhaltung der Artenvielfalt, fruchtbare Böden oder fairer Umgang mit Menschen und Tieren kann der Ökolandbau punkten. Wir hoffen, dass wir durch solche Publikationen mittelfristig mehr Einfluss bekommen.