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Jagend in die Irre: Orcas geraten ins Seichte

Der Hunger ist Schuld. Weil sie auf der Jagd von der gewohnten Route abkommen, stranden in Neuseeland immer wieder zahlreiche Orcas.

Stranden in anderen Teilen der Welt Grindwale und Pottwale, erwischt es in Neuseeland auffällig häufig Schwertwale, die von Wissenschaftlern Orcas genannt werden. Den Grund entdeckte die Meeresbiologin Ingrid Visser vom Orca Research and Education Centre im neuseeländischen Tutukaka als sie von ihrem 5,80 Meter langen Zodiak- Schlauchboot die verblüffenden Jagdmethoden der Wale beobachtete. Vor Neuseeland jagen Orcas nämlich häufig Rochen, die im flachen Wasser leben.

Oft nehmen Orca-Mütter ihre Jungen mit zur Jagd ins seichte Wasser. Sobald die Erwachsenen einen im Sand verborgenen Stachelrochen aufstöbern, packt der Orca ihn am Schwanz, der nicht durch gefährliche Stacheln geschützt wird. Mit einem gewaltigen Ruck schleudert er dann den Rochen herum und donnert ihn auf die Wasseroberfläche. Den bewegungsunfähigen Rochen überlässt die Mutter ihrem Kalb und dieses lernt spielerisch, mit der schwierigen Beute mit dem gefährlichen Stachel umzugehen.

Im Eifer der Jagd aber wagen sich gerade junge Orcas oft zu weit vor und stranden. Fällt die Küste steil ab, kann sich auch ein bis zu neun Meter langer und acht Tonnen schwerer Schwertwal noch ins tiefe Wasser wälzen. An den oft flachen Küsten Neuseelands aber klappt das nicht. Und so erhält Ingrid Visser ab und zu Anrufe über gestrandete Orcas.

Besonders spektakulär war der Fall eines sechs Jahre alten und 3,42 Meter langen Schwertwal-Mädchens, das im Juli 2008 in der Nähe der Hauptstadt Auckland strandete. An Ort und Stelle konnte das Tier nicht ins Wasser bugsiert werden. Also beruhigte Ingrid Visser das Tier, während Mitarbeiter der Naturschutzbehörde "Department of Conservation" (DOC) ein Netz unter den Leib des Tieres schoben und das Tier so auf einen Anhänger zogen.

Mitten in der Nacht, von einem riesigen Polizeiaufgebot abgesichert und im Licht der TV-Scheinwerfer wurde der Orca dann über die achtspurige Autobahnbrücke gezogen, die das von einer Bucht getrennte Zentrum und den Norden Aucklands miteinander verbindet. Dort konnte das Orca-Mädchen dann wieder ins Wasser gelassen werden: Es überstand die Prozedur anscheinend gut. rk

Datum:  7 | 4 | 2009
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