Satellitendaten aus Deutschland helfen bei der Bewältigung der Naturkatastrophe in Japan - und zeigen, dass der Tsunami stellenweise bis zu fünf Kilometer ins Land vorgedrungen ist. „Wir können die schweren Schäden an Straßen, Brücken, Gebäuden gut erkennen. Dies sind wichtige Informationen für die Helfer vor Ort“, erklärte Stefan Voigt, Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen bei München, am Samstag. Dort hatten Experten 36 Stunden lang Daten und Satellitenbilder ausgewertet.
„Der Vorteil der Satellitendaten liegt in der großflächigen Erfassung der Schadenssituation“, sagte Voigt. „Gleichzeitig können wir Details mit einer räumlichen Auflösung von bis zu 50 Zentimetern kartieren.“ Vor Ort arbeite das DLR eng mit den Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) zusammen. „Die Daten sollen Aufschluss geben über Möglichkeiten des Katastrophenmanagements und der Katastrophenhilfe“, ergänzte DLR-Sprecher Andreas Schütz.
Das DLR ist Mitglied des „International Charter Space and Major Disasters“, eines weltweiten Zusammenschlusses von Weltraumorganisationen. Die Gesellschaft hatte ihre Mitglieder nach dem Erdbeben gebeten, Satellitendaten des Katastrophengebietes zur Verfügung zu stellen. Die Wissenschaftler und Ingenieure des Zentrums für Satellitengestützte Kriseninformationen (ZKI) am DLR begannen daraufhin sofort mit der Arbeit. Verfügbare Satelliten wurden auf die Unglücksgebiete gerichtet - und die Daten ausgewertet. Hinweise auf die Situation der Atomkraftwerke in Japan liefern die Bilder aber nicht. (dpa)
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