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Bachelor: Jobeinstieg mit Abstrichen

Der Bachelor-Abschluss galt als Garant für den schnellen Einstieg ins Berufsleben. Doch die Arbeitsbedingungen der Bachelor-Absolventen könnten besser sein.

Die Arbeitsbedingungen für Bachelor-Absolventen könnte besser sein.
Die Arbeitsbedingungen für Bachelor-Absolventen könnte besser sein.
Foto: dpa-tmn

Auch die Arbeitswelt musste sich mit den neuen Abschlüssen erst einmal vertraut machen. Dafür werben Aktionen wie „Bachelor Welcome“ schon seit 2003, auf dass Unternehmen die neuen Absolventen mit ähnlich offenen Armen empfangen wie ihre Kommilitonen mit Magister und Diplom.

Die Unsicherheit der Studierenden über das eigene Abschneiden auf dem Arbeitsmarkt aber ist geblieben. Dass die Mehrheit lieber noch einen Master draufsatteln möchte, hat ganz klar auch mit Zweifeln daran zu tun, ob der Bachelor in den Personalabteilungen überzeugen kann.

Wer allerdings doch den direkten Berufseinstieg wagt, schneidet bei der Stellensuche nicht schlechter ab als Kandidaten der alten Studiengänge: Wie eine Befragung von knapp 70000 frischen Akademikern durch das Internationale Zentrum für Hochschulforschung (Incher) der Universität Kassel gerade zeigte, waren lediglich vier Prozent der Uni- und sechs Prozent der FH-Bachelor eineinhalb Jahre nach ihrem Abschluss (2007/2008) noch ohne Job.

Auf einem anderen Blatt aber stehen dabei die Arbeitsbedingungen. Denn die Studie zeigt auch, dass die Gruppe derer gestiegen ist, die sich nicht „niveauadäquat“ beschäftigt fühlt, die mitunter also glaubt, ihren Job hätte auch jemand ohne Hochschulabschluss meistern können: Bei den Uni-Bachelor gab dies jeder Vierte zu Protokoll; bei jenen mit einem traditionellen Abschluss waren es 18 Prozent.

Unzufrieden stimmen muss auch der Gehältervergleich: Zwar zog man an der Uni Kassel offiziell das Fazit, die neuen Absolventen müssten nur mit geringfügigen Einbußen leben. Tatsächlich aber galt das nur für die Absolventen der Fachhochschulen. Während FH- und Uni-Absolventen des alten Systems im Schnitt etwa 36500 Euro verdienten, bekommen etwa die neuen Ingenieure 15 Prozent, Mathematiker und Naturwissenschaftler sogar 21 Prozent weniger.

Dazu passt, was jüngst das Institut für Managementkompetenz der Saar-Universität belegte: Ausgerechnet jene 15 Unternehmen, die als erste die Initiative „Bachelor Welcome“ unterzeichnet hatten, offerierten der neuen Absolventen-Generation alles andere als optimale Karrierechancen. ( yg )

Datum:  22 | 11 | 2010
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