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Jungbrunnen Osterinseln: Medizin lässt Mäuse alt werden

Wissenschaftler machen neue Hoffnung für den Traum vom langen Leben: Ein Naturstoff von der Osterinsel soll das Leben von Mäusen verlängert haben.

Steinstatuen (Moais) auf der Osterinsel.
Steinstatuen (Moais) auf der Osterinsel.
Foto: Foto: dpa

London. ­Ein Naturstoff von der Osterinsel könnte eine neue Arznei für langes Leben werden. Ältere Mäuse lebten mit Hilfe von Rapamycin rund zehn Prozent länger. Das berichten amerikanische Forscher im britischen Fachjournal "Nature" (online vorab).

Der Wirkstoff Rapamycin dämpft das Immunsystem und wird bereits bei Transplantationen zur Verhinderung der Abstoßung fremder Organe eingesetzt.

Rapamycin (auch Sirolimus genannt) ist der erste bekannte Stoff, der Säugetiere länger leben lässt. Bisher waren ähnliche Effekte nur bei Hefen und Fadenwürmern festgestellt worden. Es ist ein Stoffwechselprodukt des Bodenbakteriums Streptomyces hygroscopicus und wurde erstmals auf der Osterinsel - polynesisch: Rapa Nui - entdeckt.

Im Rahmen eines amerikanischen Anti-Aging-Programms wurden Rapamycin und andere Substanzen auf ihre lebensverlängernde Wirkung geprüft, wie Davis Harrison vom Jackson Laboratory in Bar Harbor (USA) berichtet.

Aufgrund von Problemen, den Stoff in die Nahrung von Mäusen einzubauen, verzögerten sich die Versuche allerdings, und die Testmäuse waren deutlich älter als geplant. Das Ergebnis überraschte die Forscher: Die Tiere, die einem Menschenalter von etwa 60 Jahren entsprachen, lebten im Durchschnitt 9 (Männchen) und 14 Prozent (Weibchen) länger als die Kontrollen. Umgerechnet auf ihre Lebenserwartung zur Zeit der Behandlung entspricht das einer Verlängerung um 28 und 38 Prozent.

Die Wirkweise des Mittels ist bisher unbekannt. Die Forscher vermuten aber, dass der sogenannte "mTOR"-Signalweg eine entscheidende Rolle spielt. Dieser ist stark mit der Regulierung der Nahrungsaufnahme verknüpft.

Bereits seit langem ist bekannt, dass weniger Kalorien die Lebenserwartung bei Mäusen steigern. Rapamycin scheint am gleichen biochemischen Mechanismus anzugreifen. Die Versuchstiere, die Rapamycin erhalten hatten, waren aber nicht leichter als die Kontrolltiere. Die Ergebnisse könnten neue Angriffspunkte gegen altersbedingte Krankheiten aufzeigen, glauben die Forscher.

"Das ist eine ganz aufregende Studie", schreibt die Altersforscherin Lynne Cox von der Universität Oxford in einem "Nature"-Kommentar. "Man sollte jetzt aber nicht versuchen, Rapamycin einzunehmen, um sein Leben zu verlängern. Dagegen spricht die Gefahr durch die Dämpfung des Immunsystems. Die Mäuse waren im Labor schließlich gut vor Infektionen geschützt." (dpa)

Datum:  8 | 7 | 2009
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