Auch die nordamerikanischen Indianer wussten Ressourcen systematisch zu nutzen. Zu diesem Schluss kommen US-Geowissenschaftler nach der Untersuchung eines mit metergroßen Vertiefungen übersäten Felsplateaus in Kalifornien. Es handele sich dabei nicht etwa um eine geologische Laune der Natur, sondern um eine indianische Saline, sagen sie.
"Eine Anlage mit solchen Ausmaßen lieferte sehr viel mehr Salz, als der örtliche Stamm fürs Kochen, Konservieren und für das Anlocken von Jagdwild benötigte", erklärt James Moore vom US Geological Survey. "Dieser hatte also einen großen Überschuss eines wertvollen Guts für den Handel mit anderen Stämmen."
369 runde Becken angelegt
Die mutmaßliche Saline liegt in der kalifornischen Sierra Nevada auf einem Granitplateau und besteht aus 369 runden, etwa 80 Zentimeter tiefen Becken. Diese sind über eine Fläche von rund 50 mal 150 Meter verteilt, durch die sich ein stark salzhaltiger Wasserlauf zieht. Das Ensemble war bereits Ende des 19. Jahrhunderts von einem Kartographen beschrieben, allerdings mit Nachdruck als Anhäufung von Sinklöchern gedeutet worden. Moore und sein Kollege Michael Diggles nahmen den Ort nun unter die Lupe und vermuten anderes: Schon die einheitliche Größe, die glatte Innenfläche und die regelmäßige Anordnung mit lediglich einer Handvoll überlappender Becken sprächen für eine von den kalifornischen Miwok angelegte Struktur.
Wahrscheinlich seien die Becken mit dem salzigen Wasser gefüllt worden, um nach dessen Verdampfung die Salzkruste zu ernten, so die beiden Forscher. Ausgehend von der Fläche der Becken und den örtlichen Verdunstungsraten, schätzen sie, dass die Miwok mit der Anlage jeden Sommer etwa 2,5 Tonnen Salz gewinnen konnten - entsprechend fast 90 Prozent des im Wasserlauf transportierten Salzes.
Wahrscheinlich ließen die Miwok Feuer auf dem Granit abbrennen und konnten dann größere Stücke aus der heißen, unter Spannung gesetzten Felsoberfläche schlagen - allerdings jedes Mal nur bis zu einer Tiefe von etwa einem Zentimeter. Für die gesamte Saline dürften die Miwok daher Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte benötigt haben, schätzen Moore und Diggles.
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