Rostock. Der Mann als Familienernährer ist bei der Entscheidung deutscher Frauen für ein Kind offensichtlich nicht mehr ausschlaggebend. Dies ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie des Rostocker Max-Planck-Instituts für Demografische Forschung.
Für die Studie wurden rund 5500 Probanden in Deutschland, Frankreich, Bulgarien und der Russischen Föderation befragt. In allen Ländern war für die Frauen die eigene Berufstätigkeit das entscheidende Kriterium beim Kinderwunsch. Bei deutschen und russischen Frauen war dazu eine Vollzeitstelle erwünscht, in Frankreich und Bulgarien reichte schon eine Teilzeitstelle.
"Frauen in Deutschland wollen die Möglichkeit haben, komplett unabhängig leben zu können", fasste Dorothea Rieck vom Max-Planck-Institut die Ergebnisse zusammen. Allerdings seien nur die Entscheidungskriterien für das erste Kind untersucht worden, möglicherweise würden sich die Gründe beim zweiten Kind verändern. Eine Konsequenz aus der Studie sei, dass neben der Möglichkeit zur Berufsausübung auch die Kinderbetreuung ausgebaut werden müsste, um den Frauen den Gedanken an eine Schwangerschaft zu erleichtern. (dpa)
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