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04. Mai 2012

Klimawandel: Deutsche Winter werden milder und nasser

 Von Alice Ahlers
Ein Bild der Zukunft? Unwetter könnten mit dem Klimawandel zunehmen. Foto: dpa

Der Deutsche Wetterdienst präsentiert Klimaprojektionen bis zum Jahr 2100. Demnach verändert der Klimawandel in Zukunft auch die Wetterlagen und bringt mehr Extremwetter.

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Der Klimawandel lässt nicht nur die Temperaturen steigen, er verändert auch die Wetterlagen, die unser tägliches Wetter in Deutschland bestimmen.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass unsere Wetterküche durch den Klimawandel kräftig in Bewegung gebracht wird“, sagt Klaus-Jürgen Schreiber, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Die Klimaprojektionen, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurden, ergeben, dass die Winter bis zum Ende des Jahrhunderts im Mittel nasser und milder werden. Grund dafür ist, dass sich die Westwindzone, die in unseren Breiten das Wetter wesentlich mitbestimmt, nach Norden verlagert – seit Mitte des 20. Jahrhunderts wanderte sie bereits um etwa 180 Kilometer polwärts. Die Folge: Regenreiche Tiefdruckgebiete aus dem Westen bringen vermehrt gefährliche Starkniederschläge.

Zunehmend heiße Sommer und Extremwetter

Im Sommer würden nach Angaben des DWD solche feuchten, regenreichen Wetterlagen dagegen seltener. Stattdessen sei bis zum Jahr 2100 eine wachsende Zahl von extremen Hitzewellen zu erwarten. „Wie sich das anfühlt, wissen wir schon“, sagt Paul Becker, Vizepräsident des Deutsche Wetterdienst und erinnert an die Hitzesommer 2003 und 2006. Dürreperioden führen zu Ernteeinbußen in der Landwirtschaft, Problemen bei der Wasserversorgung, Niedrigwasser in den Flüssen. Auch Kraftwerke könnten Kühlwasserprobleme bekommen, die die Energieversorgung gefährden.

Die Klimaforscher beobachten darüber hinaus eine Zunahme von feuchten Tiefdruckgebieten über Mitteleuropa. Von 1951 bis 2011 stieg ihre jährliche Zahl um 20 Prozent. Sie bringen Extremwetter wie gefährliche Starkniederschläge, Gewitter und stürmische Winde. Damit sei insgesamt mit mehr Überschwemmungen zu rechnen, auf die sich insbesondere der Hochwasserschutz vorbereiten müsse.

Weltweit ist die jährliche Durchschnittstemperatur in den vergangenen 130 Jahren um 0,7 Grad Celsius gestiegen. „Der langfristige Trend zu steigenden Temperaturen ist ungebrochen“, sagt Paul Becker. Das gilt auch für Deutschland: 2011 war mit einer Durchschnittstemperatur von 9,6 Grad Celsius etwa 1,4 Grad wärmer als der langjährige Mittelwert. Das Jahr 2011 war damit hierzulande das viertwärmste Jahr seit Beginn der landesweiten Wetteraufzeichnungen anno 1881.

Trockenster November

Deutschland hatte 2011 den sonnenscheinreichsten Frühling seit Beginn der Messungen. Es folgte ein kühler, regenreicher Sommer, während der Herbst einen neuen Rekord aufstellte: Der November war der trockenste Monat, der in Deutschland je beobachtet wurde.

Die Basis der Analysen ist die 130-jährige Zeitreihe der Wetteraufzeichnungen seit 1881. Die Meteorologen gehen bei ihren Berechnungen von den Durchschnittstemperaturen zwischen 1961 und 1990 als Normalwerten aus. „Zu warm“ oder „zu kühl“ bedeutet also, dass die Temperaturen von diesen Werten abweichen. Demnach waren 24 der zurückliegenden 30 Jahre in Deutschland zu warm.

Auch das Jahr 2012 folgt bisher dem Trend. Von Januar bis April dieses Jahres sei es im Vergleich zum langjährigen Mittelwert um 0,9 Grad zu warm gewesen. In den USA war das erste Quartal 2012 sogar das wärmste seit 1895.

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