Mainz (dpa) - Das rasche Abschmelzen von Alpengletschern wollen Mainzer Forscher mit Windfängen verringern. Wie die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz mitteilte, haben 27 Studierende unter der Leitung des Geografie-Professors Hans-Joachim Fuchs einen Test-Windfang in der Mitte der flach auslaufenden Zunge des Rhone-Gletschers im schweizerischen Wallis aufgebaut, um dessen Auswirkung auf das Eis zu untersuchen.
"Wir hoffen, dass durch unsere Installation eine deutliche Abkühlung erfolgt und so die Abschmelzung wenn nicht gestoppt, so doch verringert wird", sagte Fuchs. Der 15 Meter breite und 3 Meter hohe Windfang in 2300 Metern Höhe besteht nach den Angaben aus Stahlstangen, die mehr als einen Meter tief im Boden verankert sind, und darüber gespannte Planen.
Bei dem insgesamt elf Tage dauernden Projekt wird versucht, die kalten Fallwinde, die über den Gletscher ins Tal absinken, abzubremsen beziehungsweise auf der Gletscherzunge zu stauen, so dass ein natürlicher Kühleffekt entsteht, der die Abschmelzrate verringert. Das Verfahren sei schon in vielen Laborversuchen mit kleinen Eisplatten-Modellen erfolgreich in Mainz und Karlsruhe getestet worden, hieß es.
Alpengletscher in akuter Gefahr
Viele Alpengletscher sind derzeit von einem dramatischen Abschmelzen betroffen. Gehe die Klimaerwärmung unvermindert weiter, werde es Prognosen zufolge in 100 Jahren keine Alpengletscher mehr geben, hieß es in der Mitteilung.
Der Rhone-Gletscher verliert nach den Angaben des Projektleiters an jedem Tag zehn bis zwölf Zentimeter. Nach Ende des Projekts sollen die Daten ausgewertet und veröffentlicht werden.
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