Nach 16 Jahren beendet die Europäische Weltraumorganisation (ESA) die Mission des Satelliten ERS-2. Zuvor verfolgte der Satellit eine Umlaufbahn, von der aus alle drei Tage Aufnahmen des selben Gebiets der Erde möglich waren.
Bilder des im Osten Grönlands liegenden Kangerdlugssuaq-Gletschers vom März zeigen, dass er sich stetig mit etwa 35 Meiter pro Tag voran bewegte. Ende Mai löste sich dann ein neun Quadratkilometer großes Stück des Gletschers und zerbrach in mehrere Eisberge. Ein Vergleich der neuen Aufnahmen mit solchen von 1992 zeigt, dass die Abbruchkante des Kangerdlugssuaqs sich in den letzten 19 Jahren um fünf Kilometer zurückgezogen hat. Besonders im oberen Teil des Stroms ist erkennbar, dass das Eis dabei gleichzeitig immer dünner geworden ist.
Wissenschaftler untersuchten im Juli 2009 eine Teil des Petermann-Gletschers.
Die zentimetergenauen Aufnahmen des ERS-2 geben auch neue Informationen über den Petermann-Gletscher: Sein Abbruch ist möglicherweise noch nicht beendet. Von dem Gletscher im Nordwesten Grönlands löste sich im Sommer 2010 ein besonders großer Eisberg so groß wie Frankfurt.
"Nachdem ERS-2 endgültig abgeschaltet wurde, ist nun kein anderer fliegender oder geplanter Satellit in der Lage, die Position der Aufsetzlinie der Eisströme genau zu ermitteln", sagt Marcus Engdahl, wissenschaftlicher Koordinator der ESA.
Der ERS-2 machte bei allen Wetter- und Lichtverhältnissen Aufnahmen von der Erde. Zusätzlich maß er die Ozonverteilung, die Temperaturen der Meeresoberfläche und die Höhe des Meeresspiegels. Der Satellit wird innerhalb der nächsten 25 Jahre im Erdall verglühen. (mit ESA)


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