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Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

12. September 2012

Kongress in Berlin: Kümmerer für ein schmerzfreies Lebensende

 Von Karl-Heinz Karisch
Ab 2014 ist Palliativmedizin Pflichtprüfungsfach für Medizinstudenten.  Foto: ddp

Die Schmerzmedizin hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Bei der Schmerzbehandlung der Patienten steht Berlin bundesweit an der Spitze

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Der Schmerz galt seit Urzeiten als der Überbringer des Todes. Noch vor 30 Jahren litten in Deutschland viele Kranke am Ende ihres Lebens qualvolle Pein. Doch am Mittwoch verkündeten Mediziner in Berlin eine Trendwende zum Guten. „Kaum ein Bereich der Gesundheitsversorgung hat sich in den vergangenen Jahren so dynamisch entwickelt wie die Schmerzmedizin“, sagte Christof Müller-Busch, der Präsident des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

Ein schützender Mantel

Wie ein schützender Mantel – lateinisch pallium – wolle sich die Palliativmedizin um unheilbar kranke Menschen legen und dabei Symptome wie Schmerz und Atemnot lindern, sagte Müller-Busch. „Menschen am Lebensende und ihre Angehörigen brauchen Kümmerer mit einer besonderen Achtsamkeit für die Bedürfnisse.“

In Berlin beispielsweise werden die Patienten besser als in vielen anderen Regionen betreut. Mit 65 stationären Betten pro eine Million Einwohner zur speziellen Schmerzbehandlung steht die Bundeshauptstadt an der Spitze aller Bundesländer, wie Müller-Busch berichtete. Zudem gebe es ein gutes ambulantes Palliativnetz. Umgekehrt sei es jedoch ein Skandal, dass es weder an der größten Universitätskliniken in Europa – der Charité – noch sonstwo in der Stadt bislang eine Professur für Palliativ- und Schmerzmedizin gebe. „Ab 2014 ist Palliativmedizin Pflichtprüfungsfach für Medizinstudenten, diese Aufgabe sollte in Berlin nicht an irgendein anderes Fach delegiert werden“, forderte Müller-Busch.

Weniger Schmerzen bedeuten längeres Leben

Friedemann Nauck, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, rief seine Kollegen zu intensiver Zusammenarbeit auf: „Jeder Arzt muss die palliativmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten kennen und frühzeitig einsetzen.“ Er verwies auf US-Studien, die gezeigt hätten, dass eine sorgsame Schmerzbehandlung von Todkranken nicht nur die Rate der Depressionen stark senke und die Lebensqualität erhöhe, auch die Überlebenszeit sei verlängert worden. „Es darf nicht vom Zufall abhängen, ob ein Patient gut betreut wird.“

Noch bis zum Sonnabend tagen rund 2000 Palliativmediziner im Berliner Congress Centrum am Alexanderplatz.

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