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Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

11. Oktober 2012

Kopfnote: Testosteron macht ehrlich

 Von Alice Ahlers
Liebt es, sich in Macho-Posen zu präsentieren: Russlands Premierminister Vladimir Putin.  Foto: REUTERS

Eine Studie zeigt: Das Männlichkeits-Hormon Testosteron ist nicht nur verantwortlich für Macho-Gehabe, sondern auch für soziales Verhalten

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Testosteron hat einen schlechten Ruf. Wenn in der Pubertät ehemals kleine Jungen zu Nachwuchs-Machos mutieren, finden Eltern und Lehrer schnell einen Schuldigen: das Männlichkeits-Hormon. Denn Testosteron steht für Imponiergehabe, riskantes Verhalten und Aggressivität.
Zu Unrecht, haben Wissenschaftler jetzt herausgefunden. In Experimenten konnten sie zeigen: Testosteron fördert sogar soziales Verhalten. Eine Extra-Dosis davon macht Männer ehrlicher.

Bei einem Spiel um Geld hatten die männliche Probanden die Möglichkeit, unbemerkt zu lügen, um mehr Gewinn zu machen. Diejenigen, denen man vorher Testosteron verabreicht hatte, logen dabei deutlich weniger als Personen, die nur ein Placebo erhielten.

Dieses Ergebnis widerspreche klar dem eindimensionalen Ansatz, dass Testosteron zu antisozialem Verhalten führe, berichten die Forscher der Universität Bonn in der Fachzeitschrift Plos One. Wahrscheinlich steigere das Hormon den Stolz und das Bedürfnis, ein positives Selbstbild zu entwickeln. Ein paar Euro reichen als Anreiz offenbar nicht aus, um das eigene Selbstwertgefühl aufs Spiel zu setzen.

Die Testpersonen führten ein einfaches Würfelspiel in separaten Kabinen durch. Je höher die gewürfelte Augenzahl, desto größer war der Geldbetrag, den es als Belohnung gab. Niemand bekam in den abgeschirmten Kabinen mit, ob sie tatsächlich die gewürfelte Zahl in den Computer eingaben – oder eine höhere, um mehr Geld zu bekommen. Nur die Wissenschaftler konnten im Nachhinein feststellen, ob die verschiedenen Testpersonengruppen geschummelt hatten oder nicht. Zuvor hatten sie erfolgreich überprüft, dass der Testosteronspiegel im Blut der sozialeren Gruppe tatsächlich höher war als in der Placebogruppe.

Der Studie zufolge sollten sich Eltern und Lehrer also nicht weniger Testosteron für ihre kleinen Machos wünschen, sondern mehr.

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