Berlin - Der Ausbildungspakt zwischen der deutschen Wirtschaft und der Politik soll um zwei Jahre verlängert werden. "Der Pakt wird fortgesetzt, das ist heute beschlossen worden", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in Berlin nach einer Sitzung des zuständigen Lenkungsausschusses. Dabei sei es das Ziel, "den Pakt im Herbst mit neuen Akzenten fortzusetzen". So wolle man sich verstärkt um benachteiligte Jugendliche, etwa mit Migrationshintergrund, kümmern.
Für das zurückliegende Ausbildungsjahr zog der Lenkungsausschuss ein positives Fazit. "Die Paktzusagen konnten von allen Beteiligten eingehalten werden", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB), Ulrich Oesingmann.
Zwar sei die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge wegen der Wirtschaftskrise und der demografischen Entwicklung um 8,2 Prozent auf 566.000 zurückgegangen, allerdings seien 72.600 Ausbildungsplätze neu eingeworben worden. 46.300 Betriebe hätten erstmalig für eine Ausbildung gewonnen werden können. Jedem ausbildungswilligen und -fähigen Jugendlichen habe ein Angebot auf Ausbildung oder Qualifizierung gemacht werden können. (ddp)
Zusagen trotz Krise erfüllt
Bundesregierung und Wirtschaft beurteilen die aktuelle Lage auf dem Lehrstellenmarkt laut "Ruhr Nachrichten" verhalten positiv. "Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist besser, als man angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise erwarten konnte", heißt es demnach in der Erklärung. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei um 8,2 Prozent beziehungsweise 50.340 auf 566.004 zurückgegangen. Die Zusagen des Ausbildungspaktes seien "trotz schwierigster wirtschaftlicher Rahmenbedingungen" erfüllt worden.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt jedoch vor einem Ausbildungsnotstand und mahnt eine ehrliche Ausbildungsstatistik in Deutschland an. Im Jahr 2010 drohe "eine Verschärfung" des Lehrstellenmangels. Das geht nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" aus der aktuellen DGB-Analyse zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt hervor. Darin werfe der Gewerkschaftsbund der Bundesregierung und den anderen Beteiligten des Ausbildungspaktes vor, die Statistik schönzurechnen.
"Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt wird systematisch verschleiert", sagte DGB-Vize Ingrid Sehrbrock der Zeitung. Während der Pakt Jahr für Jahr von Entspannung berichte, stünden 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren ohne abgeschlossene Ausbildung da. (dpa)
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