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Leiden des Naturforschers: Darwin litt unter zyklischem Erbrechen

Der britische Naturforscher Charles Darwin, Begründer der Evolutionstheorie, war ein genialer Kopf. Körperlich glich er aber eher einem Wrack.

Charles  Darwin (1809-1882),   britischer

Naturforscher und Begründer der Evolutionstheorie.
Charles Darwin (1809-1882), britischer Naturforscher und Begründer der Evolutionstheorie.
Foto: getty

Der britische Naturforscher Charles Darwin, Begründer der Evolutionstheorie, war ein genialer Kopf. Körperlich glich er aber eher einem Wrack und quälte sich über viele Jahrzehnte an den unterschiedlichsten Symptomen herum. Jetzt glaubt ein Forscher aus Australien die Ursache dafür herausgefunden zu haben: Darwin habe unter zyklischem Erbrechen gelitten, schreibt Professor John Hayman von der Monash-Universität in Melbourne im "British Medical Journal" (Bd. 339, b4968).

Darwin fühlte sich oft hundeelend und hatte zum Beispiel Herzbeschwerden. Als er 1831 als naturwissenschaftlicher Begleiter an Bord des Vermessungsschiffs "Beagle" gen Südamerika reiste, plagte ihn besonders schlimm die Seekrankheit. "In den letzten vier Monaten habe ich nicht mehr als eine Nacht auf dem Schiff schlafen können", schrieb Darwin, der am 12. Februar vor 200 Jahren in Shrewsbury auf die Welt kam und am 24. November vor 150 Jahren sein epochales Werk "Die Entstehung der Arten" veröffentlichte, seiner Schwester.

Auch an Land erging es dem Forscher nicht besser: Kopfschmerzen, Schwäche, Lethargie, unbeherrschbare Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen, Herzrasen, Ekzeme und Geschwüre machten ihm das Leben oft zur Hölle. Verschiedene Therapien - darunter eine Behandlung mit kaltem Wasser - beseitigten das Übel nicht.

Was war mit Darwin los? "Die Ursache seiner Erkrankungen war Gegenstand vieler und weit gestreuter Spekulationen", schreibt Hayman. Möglicherweise war der Naturforscher ein Hypochonder oder er litt unter Panikattacken, mutmaßten Experten. Andere meinten, dass zum Beispiel eine Arsen-Vergiftung oder die Chagas-Krankheit, die nur in Mittel- und Südamerika durch Parasiten hervorgerufen wird, Ursache für Darwins langes Leiden gewesen sein könnte.

Hayman widerlegt in seinem Bericht diese "Spekulationen" und ist überzeugt, dass Darwin unter dem zyklischen Erbrechen litt. "Obwohl dies vor allem eine Erkrankung von Kindern ist, kann sie auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben oder erstmals auftreten", betont er. Typische Symptome der 1882 erstmals beschriebenen Erkrankung sind wiederkehrende Anfälle von Übelkeit und Erbrechen. Auch Durchfälle, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Hautprobleme können auftreten. Die Patienten fühlen sich kraftlos und verängstigt; viele leiden stark unter der Reisekrankheit. Oft kommt Migräne in der Familie vor.

Die Erkrankung könnte mütterlicherseits vererbt worden sein, so Hayman. "Darwins Mutter starb mit Bauchschmerzen, als er acht Jahre alt war." Sie und ihr jüngerer Bruder litten auch unter den typischen Symptomen. Darwins genetische Variationen seien zwar nicht die besten gewesen, aber sein Intellekt, seine treuen Kollegen, die fürsorgliche Familie und sein Personal hätten die Lebenserwartung deutlich erhöht, schreibt Hayman. Darwin starb 1882 im Alter von 73 Jahren. (fwt)

Datum:  24 | 12 | 2009
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