Der Münchner Astrophysiker und TV-Moderator Harald Lesch hat eingeräumt, dass es schwierig ist, die Bedeutung des Higgs-Teilchens für die Allgemeinheit zu erklären. Die Sache sei für 99,9 Prozent aller Menschen nicht mehr nachvollziehbar, sagte Lesch am Freitag dem Online-Portal sueddeutsche.de. Als schlimm sieht er dies nicht an. Lieber sollten sich die Leute für andere Dinge interessieren, etwa für den Klimawandel.
„Das Higgs bleibt am äußersten Rand der Wirklichkeit. Beschäftigen wir uns lieber mit realen Dingen“, so der Wissenschaftler.
Beim sogenannten Gottesteilchen geht es nicht um den Alltag der Menschen, erläuterte Lesch. Das alles sei ein Prozess „vor dem Gerichtshof der Naturwissenschaften“. Jahrzehntelang sei ein Indizienprozess geführt und nun ein Urteil gefällt worden.
Die Aussage, die Peter Higgs getroffen habe, sei eingetreten, nämlich das es dieses energetische Feld gebe, das den Partikeln Masse verleihe. Im Übrigen gebe es in der Sprache von Physikern und Mathematikern für vieles keine Übersetzung: „Würde man versuchen, das Higgs-Theorem, das 1964 auf eine DIN A4 Seite passte, in Worte zu fassen, das würde eine ganze Bibliothek voll von Lexikonbänden mit Goldschnitt füllen.“ (KNA)
Mit einer simplen Goldfolie stand im Jahr 1911 der britische Atomphysiker Ernest Rutherford (rechts) im Labor. Die hauchdünne Folie spannte er vor einem kreisrunden Schirm auf. Darauf richtete er in seinem Experiment eine radioaktive Quelle.
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