Abo | ePaper | App | Newsletter | Facebook | Anzeigen | Trauer

Wissen
Nachrichten aus Wissenschaft und Bildung

23. April 2009

London: Luftverschmutzung bremst Klimawandel

Die Luftverschmutzung bremst paradoxerweise den Klimawandel. (Symbolbild) Foto: Foto: dpa

Die winzigen Abgasteilchen in der Luft streuen das Sonnenlicht, so dass es von allen Seiten auf die Blätter fällt. Dadurch können die Pflanzen mehr Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen.

Drucken per Mail

London. Die Luftverschmutzung bremst paradoxerweise gleich auf zwei Arten den Klimawandel. Die winzigen Abgasteilchen in der Luft streuen das Sonnenlicht, so dass es von allen Seiten auf die Blätter fällt.

Dadurch können die Pflanzen mehr des zur Erde kommenden Sonnenlichts für ihr Wachstum verwenden und damit mehr Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen, wie ein europäisches Forscherteam im Fachjournal "Nature" (Bd. 458, S. 1014) berichtet. Zusätzlich lenken die Abgasteilchen Sonnenlicht ins All zurück, so dass nicht so viel Sonnenlicht auf die Erde trifft und sich die Erdatmosphäre nicht so stark erwärmt, wie schon länger bekannt war.

Werden alle Strahlungseffekte eingerechnet, so wurden von 1960 bis 1999 rund zehn Prozent mehr Kohlenstoff von Landpflanzen gebunden, wie die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich berichtet. Die Forscher stützen sich auf verschiedene Modellrechnungen. Nach Auskunft des Mitautors Stephen Sitch vom britischen Wetterdienst in Exeter wachsen Pflanzen entgegen der Annahme vieler Menschen nicht im direkten, hellen Sonnenlicht am besten, sondern eher im diesigen Licht.

Zu den Luftschadstoffen zählt zum Beispiel Schwefeldioxid aus Kraftwerksschornsteinen. Deutschland und andere Industrieländer haben dessen Ausstoß mit Hilfe von Filtern inzwischen stark gedrosselt. Zudem stoßen Vulkane viele Partikel aus, wie der Pinatubo auf den Philippinen beim Ausbruch 1991. Die winzigen Teilchen, sogenannte Aerosole, strahlen zum Einen Sonnenlicht zurück ins All. Zum Zweiten sorgen sie für dichtere Wolken, die ebenfalls mehr Sonnenlicht zurückwerfen. Beides kühlt die Atmosphäre und lässt weniger Licht zur Erdoberfläche dringen.

"Wenn wir weiterhin die Luftreinheit in der unteren Atmosphäre verbessern, was wir um der menschlichen Gesundheit Willen machen müssen, dann wird es viel schwerer, den gefährlichen Klimawandel mittels Kohlendioxidreduktion zu vermeiden", sagte Mitautor Peter Cox von der Universität Exeter. (dpa)

Jetzt kommentieren

Ressort

Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung.

Anzeigenmarkt
Videonachrichten Wissen
Interaktive Grafik

Von der Bohne bis ins Regal: So entsteht Kakao für Schokolade und Getränke.

Interaktive Grafik

Über Nacht sterben europaweit in manchen Bienenstöcken 90 Prozent der Bienen-Bevölkerung.

Schutz der Ozonschicht
Das Nasa-Satellitenfoto dokumentiert die Größe des Ozonlochs über der Arktis im Winter 1999/2000. Je dunkler das Blau, desto dünner die Ozonschicht.

Was ist Ozon? Wofür ist Ozon wichtig? Und wie groß ist derzeit das Ozonloch? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es hier.

Interaktive Grafik

Was läuft schief bei Diabetes, was sind die Symptome - eine Animation erläutert die Hintergründe.

Quiz

Wie tief erwärmen sich die Meere - welche Tierart hat nichts zu fressen durch Treibhausgase? Testen Sie Ihr Wissen im FR-Quiz.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Aurora Borealis

Wie eine gigantische Lasershow aus dem Weltall wirken die außerordentlich spektakulären Polarlichter - Bilder und Videos.

Interaktive Grafik

Indonesiens Wälder verschwinden für neue Plantagen - doch Palmöl ist auch für die Gesundheit relevant.

Spezial
Kindermund tut Wahrheit kund (FR vom 22. November 2011)

Zeichen für den Klimawandel: Erderwärmung, saure Meere, Treibhauseffekt, Ozonloch, Wetterkapriolen und Naturkatastrophen.

Anzeige
Sonnensturm
Hier ist ein Sonnensturm in weiß in der Mitte unten zu sehen.

Derzeit finden heftige Eruptionen auf der Sonne statt. Das verursacht magnetische Stürme auf der Erde.

Rückblick auf 50 Jahre
Der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin in seinem Raumanzug bei Übungen zum ersten bemannten Weltraumflug. Gagarin umkreiste am 12. April 1961 in der Raumkapsel Wostok als erster Mensch die Erde.

Zum fünfzigsten Jahrestag des ersten Starts der Menschheit ins Weltall hat die russische Raumfahrtagentur ein Video veröffentlicht.

Spezial
Blick in die Magellanwolke

Der Blick in den Weltraum auf ISS, Planeten, Sterne, Monde und die Sonne: Hintergründe, interaktive Grafiken, Fotostrecken und Videos.

Spezial

Vor vierzig Jahren brachen mutige Männer auf, um einen Menschheitstraum zu erfüllen - die Landung auf dem Mond.