Der Seereal-Prototyp kommt mit PC-Rechenpower aus. Der Trick der Dresdner: Sie berechnen nur jene Lichtstrahlen, welche auch in die Pupillen eines Zuschauers gelangen. Damit die Software auch weiß, wohin sie diese Strahlen senden muss, haben die Ingenieure zwei Kameras auf den Bildschirm montiert, welche die Position der Pupillen ermitteln.
Das funktioniert allerdings nur für einen Zuschauer. Um ein mehrköpfiges Publikum zu bedienen, müsste der Bildschirm die räumlichen Bilder für jeden einzelnen Zuschauer nacheinander abspielen und zwar so schnell, dass der Einzelne die Unterbrechungen nicht mitbekommt. "Dafür bräuchte es aber schnellere Bildschirme als es sie heute gibt", meint Stolle. "Sie werden aber früher oder später kommen." Holographische Displays für Einzelne, etwa einen Arzt, der eine Tomographie räumlich sehen möchte, werde es aber schon in zwei Jahren zu kaufen geben, schätzt Stolle.
Unterdessen arbeiten Forscher daran, die Fernsehproduktion fit für 3-D zu machen. "In fünf Jahren könnte das 3-D-Fernsehen Realität sein", sagt Ralf Tanger vom Berliner Heinrich-Hertz-Institut (HHI). Dann, so die Vision des EU-weiten Forschungsprojektes 3D4You , zu dem das HHI gehört, strahlen Fernsehsender dreidimensionale Produktionen aus.
"Die Projektpartner entwickeln derzeit Technologien für Aufnahme und Übertragung dreidimensionaler Fernsehbilder", sagt Tanger. Sie wollen verhindern, dass sich in der 3-D-Fernsehwelt der Zukunft firmeneigene Techniken durchsetzen, die nur ein 3-D-Verfahren unterstützen. "Wir wollen eine gemeinsame 3-D-Sprache für alle 3-D-Verfahren entwickeln, seien es stereoskopische oder holografische", sagt Tanger.
Die Grundidee: Neben dem herkömmlichen zweidimensionalen Fernsehbild soll ein zweites, schwarz-weißes Bild übermittelt werden. Das zweite Bild ist eine Art Tiefenlandkarte: Auf ihm erscheinen Dinge umso dunkler, je weiter sie entfernt sind. Ein solches Fernsehsignal könnte von allen Arten von 3-D-Bildschirmen in ein räumliches Bild umgewandelt werden.
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