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21. April 2012

Pflanzliche Schlankmacher: Viagra in der Naturapotheke

 Von Dr. med. Johannes Weiß
Völlig harmlos? Weit gefehlt! Auch pflanzliche Produkte zum Abnehmen haben gefährliche Nebenwirkungen (Symbolbild). Foto: dapd

Um den Winterspeck loszuwerden, greifen viele Menschen zu pflanzlichen Präparaten, die das Abnehmen erleichtern sollen. Doch Achtung! Viele dieser Schlankmacher sind gar nicht so harmlos wie sie scheinen.

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Die Möglichkeiten, den letzten Winterspeck wegzubekommen, erschöpfen sich prinzipiell in zwei Varianten: weniger essen oder mehr verbrauchen, beispielsweise durch Sport. Da Sport aber anstrengend ist und weniger essen unweigerlich hungrig macht, sind für viele beide Möglichkeiten nicht optimal. Da kommt es doch ganz gelegen, dass Geschäftemacher aus ihrem Füllhorn diverse Pillen und Pülverchen über die Menschheit schütten, die das Abnehmen erleichtern. Und wenn sie noch dazu rein pflanzlich sind, wie vielfach versprochen, kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Doch weit gefehlt! Denn die pflanzlichen Schlankmacher sind gar nicht so ohne. Wo pflanzlich draufsteht, ist nämlich nicht zwangsweise pflanzlich drin, zumindest nicht nur. Was genau enthalten ist, erfährt der Käufer in vielen Fällen nicht. Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel wird derzeit vor zahlreichen dieser angeblich harmlosen Produkte gewarnt. Denn Untersuchungen haben in letzter Zeit wiederholt arzneilich wirksame Substanzen in solchen Präparaten nachgewiesen.

Beispielsweise den seit zwei Jahren europaweit verbotenen Wirkstoff Sibutramin, einen Appetitzügler mit teils erheblichen Nebenwirkungen wie Taubheitsgefühlen und Herzrhythmusstörungen. Vertrieben werden solche Mittel häufig über das Internet, wo sie als natürlich oder rein pflanzlich beworben werden. Gerade hier ist also Vorsicht geboten.

Bereits Anfang des Jahres hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen vor solchen Produkten gewarnt, die sich nicht selten auch noch mit falschen Gütesiegeln schmücken, etwa von der Stiftung Warentest.

Das Untersuchungsergebnis der Verbraucherschützer: Jedes dritte von 70 im Internet gekauften ausländischen Präparaten enthielt illegale und gesundheitsschädliche Substanzen.

Doch mit der Gier der Menschen nach Schönheit und Wohlbefinden lassen sich gute Geschäfte machen, denn da sitzt das Geld meist locker und das Hirn setzt aus. Gerade bei Männern tut es das auch, wenn es um die Potenz geht, ein weiteres lukratives Geschäftsfeld.

Daher gehen auch zahlreiche Mittel, die eine stählerne Manneskraft verheißen, über die virtuelle Ladentheke. Für die gilt übrigens das gleiche: Während sie versprechen, rein pflanzlich zu sein, finden sich immer wieder hochwirksame Arzneistoffe darin, etwa Sildenafil, auch als Viagra bekannt, oder nicht zugelassene Abwandlungen dieser Stoffe.

Es ist also besser, misstrauisch zu sein, wenn unrealistische Versprechen gemacht werden. Denn so ganz ohne Anstrengung geht es meistens eben doch nicht.

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