Karlsruhe. Physiker sind der Antwort auf eine der fundamentalen Fragen zur Entstehung des Universums ganz dicht auf den Fersen. Bis Ende nächsten Jahres wollen die Wissenschaftler klären, ob das sogenannte Higgs-Teilchen existiert.
«Wenn es Higgs gibt, werden wir es bis dahin finden», sagte der Direktor des Teilchenforschungszentrums CERN (Genf), Rolf-Dieter Heuer, am Mittwoch in Karlsruhe. Nach einem Nachweis für dieses Elementarteilchen, das anderen Partikeln ihre Masse geben soll, wird seit rund 30 Jahren gesucht.
Higgs ist ein zentraler Bestandteil im Baukasten des Universums, so wie ihn die Wissenschaftler in jahrzehntelanger Forschung zusammengetragen haben. In diesem Baukasten, dem sogenannten Standardmodell, fehlt den Teilchen bislang aber die Masse. Ohne Masse gäbe es aber keine Zusammenballungen: Also keine Atome und letztlich auch keine Menschen. Das Higgs-Teilchen, benannt nach dem britischen Physiker Peter Higgs, soll den anderen Partikeln ihre Masse geben.
Lange hatte es einen Wettlauf um den Nachweis des Higgs im amerikanischen Teilchenbeschleuniger Tevatron und dem CERN-Beschleunigerring Large Hadron Collider LHC gegeben. Nach Worten Heuers ist der Wettlauf zu Ende. «Tevatron wird Higgs nicht finden», sagte er. Darauf deuteten die von dort kommenden Daten ganz klar hin.
Am Karlsruher Institut für Technologie KIT diskutieren seit dem 28. März rund 1200 Wissenschaftler in mehr als 1000 Vorträgen über Dunkle Materie, Neutrinos, kosmische Strahlung und die CERN-Experimente. Die Tagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft endet an diesem Freitag. (dpa)
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