Düsseldorf. Die Dienstleistungsgewerkschaft verdi fordert von Innovationsminister Andreas Pinkwart (FDP), die drohende Insolvenz der Universität Witten/Herdecke durch die Umwandlung der Einrichtung in eine öffentlich-rechtliche Hochschule abzuwehren. "Durch eine Aufnahme in das Hochschulgesetz NRW könnte die Landesregierung die innovative Kraft dieser Einrichtung und ihre mehr als 1000 Studienplätze erhalten", sagte verdi-Fachmann Uwe Meyeringh in Düsseldorf.
Auch der Erhalt der rund 600 unmittelbaren sowie 2000 mittelbaren Arbeitsplätze im Ruhrgebiet könne so gesichert werden und die bisher aufgewandten Landesmittel wären nicht in den Sand gesetzt. "Es geht jetzt darum, schnell und kreativ zu handeln, um das Schlimmste zu verhindern", so Meyeringh.
Die Mittelstreichung für Deutschlands älteste Privatuniversität Witten/Herdecke stößt derweil auf Kritik des Uni-Gründers Konrad Schily. Der FDP-Bundestagsabgeordnete sprach laut "Focus"-Vorabbericht vom Freitag von einer "massiven Fehlentscheidung des Landes", die vorschnell getroffen worden sei. "Die Uni war nie ein beliebtes Kind der Beamten", sagte Schily dem Magazin.
Die private Universität muss in diesem Jahr auf eine Landeszuwendung in Höhe von 4,5 Millionen Euro verzichten. Pinkwart hatte die Entscheidung damit begründet, dass die Hochschule die ordnungsgemäße Geschäftsführung nicht nachweisen könne und keinen Wirtschaftsplan vorgelegt habe. Der Jahresetat der Hochschule liegt bei rund 30 Millionen Euro. Der Uni droht nun die Pleite. Der Rektor der anthroposophisch ausgerichteten Hochschule war nach der Entscheidung des Landes zurückgetreten. (ddp)
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